2025-05-24-Fragen der Energie – wieweit dürfen die Sinne zum Selbstschutz versiegelt werden? – Renate, Ginsberg und Susanne, Anselm Grün im Pulk und Birgitta

Auf wieviel Stunden Schlaf komme ich eigentlich? Zum herrlichen Nachtschlaf kommt regelmäßig Mittagschlaf. Dass Erschöpfung bei mir sichtbar werden könnte, halte ich für ausgeschlossen. Energie bündelt sich im Außen. – Das hat – indirekt – mit der Art des „Tagebuchs“ zu tun. Das Alltägliche, die „Auszeit“, das Herumhängen, das Unerledigte, Unaufgeräumte, die Kehrseite des Erlebten, wirft ein anderes Licht auf mich. Nicht, dass ich bewusst vertusche – dennoch bekommt das nur Michael oder ein imaginäres Wesen, das bei mir durchs Schlüsselloch späht, zu sehen. Familiär war verpönt, nicht „rege“ zu sein, sich oder gar andere zu langweilen. Sichtbar ist also die rege Seite. „The dark side of the moon“, fällt mir ein. – Sonntag, ausgeschlafen wie lange nicht. Ein Gang vor die Tür: Kuchen holen. Leere, weil das Buch zu Ende ist. Michi will erstmal verdauen. Ich scharre mit den Hufen.

Montag Chor. Es wird immer netter. Meine Nachbarin fand meine Stimme „heute so gut“. Allerdings tut die Kehle wieder vermehrt weh. Im Anschluss mit Renate einen Rekord bei Tribeca aufgestellt. Wieviele Stunden sie uns dort beherbergt haben verrate ich hier nicht! Der diesmal ziemlich nachlässige Service konnte uns nichts anhaben. Inzwischen habe ich erfahren, dass die fleißige Stammkellnerin gekündigt hat. Alles ist durcheinander. Der andere Stammkellner ist am Rudern. Sie sei seine Lieblingskollegin gewesen und fehlt (ihm). Ohne die beiden ist das Tribeca nicht mehr das, was es war. Er allein kann das nicht schaffen.

Am Mittwoch die Hortensie, Tischschmuck bei Dasein, aufs Grab gepflanzt. – Abends Bob Dylan. Menschlich bekanntermaßen ein ziemliches A..L.., das rücksichtslos an seinen Steigbügeln zum Erfolg vorbeizog, die ihn geliebt haben. Künstlerisch ein Genie, aus dem ein höheres poetisches Selbst sprach und dazu beitrug, die Welt zu verändern. Dargestellt ist er und andere beeindruckend – ich staune immer, wie jemand für eine Rolle so singen und spielen lernen kann und wie die Größen dieser Zeit aus dem Stregreif improvisieren konnten! Ich bin froh, mich überwunden zu haben – allem Rasierwasser-, Popkorn- und Sektgestank zum Trotz. – Mittwoch Logopädie. Auf dem Weg die Obdachlosen an der Sandstraße, besonders eine Frau, die dort „wohnt“ und von Scham befreit ihr Geschäft verrichtet, während der Verkehr vorbeifließt. Auch haftet mir noch der Anblick einer jungen Frau in pink-durchsichtiger, hautenger Legging an, mit Sicht auf Zellulitis und Fettschürze… Das alles, und noch viel mehrrrr … hat Rio Reiser gesungen – brennt sich bei mir ein. Hinterher Kampf mit der BahnCard: längst bezahlt erscheint „abgelaufen“ und „Betrag offen“ in der App. PIN anfordern, alles vergebens. Rein in die Schlange des DB-Reisezentrums – warten im lauten, stinkenden Bahnhof, den Reisenden im Weg stehend. Dann aber gibt es Hilfe und die Bahncard ist eingerichtet. Angeblich kommen viele mit demgleichen Problem. – 3. Veranstaltung zur „Kraft der Sprache“ mit Susanne. Ginsbergs Traummaschine mit Bibiana Beglau und einem nuschelnden Philosophen, der ständig die Hand an seiner Nase hat. Eher anstrengend für mich – allein die Sprache dieser Zeit! – In einer Schlagzeile gelesen: Das geheime Tagebuch König Ludwigs. Gute Idee. Eine geheimes neben dem ausgesprochenen? – Donnerstag Anselm Grün – etwas mühsam, seinen aneinander gereihten, wenig artikulierten Geschichten, meist aus Führungsseminaren zu lauschen; auch seinen „Diagnosen“ und Lösungsansätzen, die er für Ratsuchende anwendet. Große Wirkung aber entfaltet sein Segen – ausgiebig wird die Zuhörerschaft vorbereitet und geöffnet. Leider landete die Borsteiriege und ich (Susanne nicht) – im Stemmerhof bei den „Bösen“ der Welt, ich konnte es nicht verhindern. Das tat mir nicht gut. So träumte ich nachts den grauenhaftesten Traum meines Lebens. Ines und Luisa nur kurz begrüßt. Luisa sowas von aufgeschlossen und reizend! – Freitag umfassend Pause. – Samstag backen und dann Birgitta. Meine Passage zum Essen habe ich schon rausgesucht. – Seit Donnerstag Pulver und Kapseln zur Entsäuerung. – Beim Durchlesen fällt mir auf, wie störanfällig ich bin. Ist das immer so?

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2 Antworten

  1. Beate sagt:

    Den Film habe ich immer noch nicht gesehen, stand ja eines Abends fassungslos davor, dass er ausverkauft war- nach so vielen Wochen, die er schon läuft! Im Tribeca war ich noch nicht, aber wie gut ist es, dass man da lange sitzen kann und die Lautstärke der anderen Gäste nicht stört! Ich erlebe oft, dass es entweder zu laut ist oder dass man ein Zeitfenster buchen soll, selbst in einem Café. Der Sommer kommt und unpassende Kleidung mancher Passanten fällt auf.Herrlich, ich hatte die Zellulose und das Rosa deutlich vor Augen!

  2. Ines sagt:

    Die Diskrepanz zwischen deinen außerhäusigen, energiegeladen Aktivitäten und dem häuslichen Durchhängen ist groß. Kannst du dir vorstellen, mehr Balance zwischen den beiden Welten zu haben? Dass du Luisa offen und reizend findest, freut mich. Ein bisschen, als hättest du es über meine eigene Tochter gesagt. Luisa mag dich auch sehr gerne. Ich war ganz froh, nach Anselm nicht mehr wo hingegangen zu sein. Da war mir mehr nach Tee trinken daheim.

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