2025-06-21- Mit Dante durch den Juni – Geburtstag = Fronleichnam – Ariane, Jakob, Murnau und Aussichten

Japanisch liegt auf Eis – so mühsam! Michael brachte von einem Freund die Göttliche Komödie in Vossler-Übersetzung mit. Nicht dass ich darauf Lust hatte, aber es muss ja nicht alles nach mir gehen. Anfangs brauchte es etliche Wiederholungen, bis wir verstanden haben, wie das läuft. Da Dante vom Geist des Vergil durch die Unterwelt geführt wird, drängt sich die Frage auf, ob wir Vergil zum besseren Verständnis auffrischen sollten. Wie stinkt es mir, dass ich alles vergessen habe, vermutlich aufgrund mangelnden Interesses! Wozu haben wir uns mit sowas in Latein herumgeplagt? Jetzt begeistert mich im Gegensatz zu früher das Versmaß – Voraussetzung ist lautes Vorlesen, Freiwilligkeit und dass ich es nicht analysieren muss.

Am Montag Augsburger Haikukreis, hitzige Diskussion; auch Yuko starrhalsig. – Hinterher HNO, am Empfang ein uniformierter Feuerwehrhauptmann. Der Arzt fand keine Ursache für die Schwindelattacke. Michael hatte inzwischen daheim ein Rauschen vernommen – woher bloß!? Der nagelneue Toilettenspülkasten sprudelte über! Wasser abgestellt, die gottlob erst begonnene Überschwemmung aufgewischt, Klempner gerufen. Ich denke noch dran, wie Beate sagte: Warum kauft ihr nicht einfach ein neues Klo? Bisher ging alles schief – wer hat je von fünfstündigen Komplikationen beim Einbau und so einem Nachspiel gehört?!

Am Mittwoch Ariane.- Spätabends kam Jakob aus Wien von Jonas‘ nachträglichem Junggesellenabschied. Diesmal war die Zeit gemeinsam geplant. So ging es am Donnerstag zu dritt nach Murnau zu Olga Meerson (über Stunden schlief die eine Körperhälfte und das Gesicht) – hinterher „Kleine Rose“ im lauschigen Garten – leider leicht überfressen, weil allzu großer Hunger die Ausgangsbasis war. – Am Donnerstag Geburtstag. Nicht unbedingt die allseits gewünschte „Rundumverwöhnung“, also keine große Sache. Michael sollte, Wunsch Nr 1, Bienenstich backen; wurde herrlich, hat mir aber Übelkeit bis in die Nacht beschert – fetter als befürchtet. Jakob, Wunsch Nr. 2, sollte mit mir auf den Marienplatz zum Fronleichnamszug gehen. Zwei Stunden in praller Sonne dieses fantastische Spekatakel in vollen Zügen gemeinsam genossen – und doch nimmt jeder erstaunlich anders wahr! Jakob sieht viel, was ich nicht sehe. Allgemein sichtbar: Trachten, Fahnen, gläubig Knieende, Tausende in Gebet und Gesang vertieft – Kirchenmusik mit Chor – Marx – der begnadete Prediger.Teilweise war mir, als würde ich Jakob an einer Seite spüren, Simon an der anderen. Oder war es einfach Erinnerung? Unter meinem Hut konnte ich mich davontragen lassen. Leider saß neben mir eine Dame, die permanent Notate und Zeichnungen anfertigte und kommentierte, von ihren Lektüren erzählte; ob ich wüsste, dass … Es ging um Manns, um „Schatten“, um Humanismus, um ihre Kindheit. Ich zeigte aufs Podium, da war Wandlung, Vaterunser, Kommunion. Trotzdem ein vielleicht unwiederholbares Glück? Hinterher gegenüber Heiliggeist Weißwurstfrühstück bei Rischart, wo ich schon immer einmal sitzen wollte. Zum Abschluss im Innenraum der Kirche die 7 Gaben des Heiligen Geistes in Frauengestalt besichtigt. Ein gelungener Ausflug. – Handverlesen Post, digitale Grüße. Telefonate sind die Ausnahme – ich lebe, als hätte ich kein Telefon. Zum Abschluss gab es nach Balkon-Kaffee – Wunsch Nr. 3 – ein Stündchen Göttliche Komödie; Michael flocht etwas aus der „chinesischen Flöte“ ein, die im Lied von der Erde vertont ist. Wunderbar. – Jetzt sind wir wieder allein, sandeln herum; ich in innerer Vorbereitung auf Schreiben am Sonntag bei Adam (Aprikosenkuchen backen + Themen im Geiste bewegen) und Montag bei Aetas. Darauf freue ich mich. Leider aber soeben Anruf von Ingrid, heiser, bellend… total krank – so schade! So werden wir morgen nur zu viert sein. – Zwischendrin Ruhebedürfnis. Jede Ankündigung eines Telefonats wird mir zum Berg. Dodos beharrliche Kontaktaufnahmen abgewehrt. Dieser extremen Einigelung sehe ich selber skeptisch zu. – Allerdings morgen Abend Einladung bei Michaels Freund André, wohin ich mindestens acht, wenn nicht zehn Jahre nicht mehr mitgegangen bin – auf einmal habe ich Lust. Ich verstehe mich selber nicht.

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2 Antworten

  1. Ines sagt:

    Alle 3 Wünsche zum Geburtstag wurden erfüllt. Nur schade, dass dir der Bienenstich nicht so gut bekommen ist. Scheinbar bin ich Fronleichnam immer im Urlaub. Von dem Zug und dem Drumherum habe ich noch nie etwas mitbekommen. Die Sache mit dem Klo ist echt grotesk. Hoffentlich konnte der Klempner es richten. Die tageweise Einigelung finde ich ganz natürlich zwischen den sozialen Begegnungen, die ja auch anstrengend sein können.

  2. Renate sagt:

    Das der Einbau einer Toilette so ein Gfrett ist, ist doch nicht zu fassen. Hoffe jetzt sprudelt nichts mehr. Gute Idee mit den drei Wünschen, die alle in Erfüllung gingen. Zwei Stunden in praller Hitze würde ich trotz Hut nicht aushalten. Ich habe so schöne Erinnerungen an Fronleichnam früher.

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