Hitze, Pflegeheim und Räumaktion
Ich vertrage diese Hitze kaum. Im Yogaraum ging es einigermaßen. Hinterher zu AETAS einige Änderungen vornehmen lassen. Zu Hause im kühlen Wohnzimmer telefoniert, mit Heike und Traudl. Zur Zahnärztin geradelt. Fäden wurden gezogen, ohne Probleme. Zwei Kleider gekauft. Auf dem Balkon halte ich es im Moment nicht aus. Bleibt nur das Bett oder die Couch um zu lesen. Die erste WhatsApp kam um 4.20 Uhr, die nächste um 5.53 Uhr und dann ging es den ganzen Tag so weiter. Briefe, Glückwunschkarten und ein Geschenk per Amazon folgte. Statt an den Tegernsee zu fahren, wie ursprünglich geplant, saßen wir bei Traudl, mit Kaffee und Kuchen unter dem Walnussbaum. Ganz so wie ich es mag, ohne große Feier ging der Tag zu Ende. Donnerstag Luis geholt. Emilia fuhr mit Andy in die LMU. Ihr Rücken ist lockerer, sie wurde an der Wirbelsäule getapt. Mit Linda auf dem Balkon ein wenig nachgefeiert. Freitag weckte mich ein Gewitter. So schöne, kühle Luft, so dass ich nochmal einschlief. Mit einem späteren Zug nach Penzberg. Mama saß im Aufenthaltsraum. Ich habe sie im Rollstuhl durch die Siedlung geschoben. Sie schaute sich einigermaßen interessiert die Gärten an. Auf der Terrasse des Altenheimcafes lange gesessen. Mama hat ein Eis gegessen, aber immer wieder vergessen zu schlecken. Als ich gehen musste, ich sie wieder auf Station geschoben habe und sie in dem Aufenthaltsraum saß, tat sie mir so leid. Die Ärztin hat vorgeschlagen Pflegegrad 5 zu beantragen. Mama ist komplett immobil, kann gar nichts mehr alleine. Samstag im Haus wieder geräumt, entsorgt, rausgestellt und geschwitzt. Nachmittag in den nahegelegenen Heimgarten unseres Onkels zum Sommerfest gegangen. Die Schwester meiner Tante, 95 Jahre, war auch da. Geistig topfit und lustig, mag ich sehr gern. Nach Unterhaltung und Kuchen wieder zurück an die Arbeit. Eva’s Auto voll bis unter das Dach. Heute mittag mit Inge ins Gerners.
Das Zurückbringen in den Aufenthaltsraum ist ein trauriger Moment. Bei allem Positiven sonst… Deine Kaffeepausen sind offenbar deine ritualisierte Form der Regeneration, die du brauchst und nutzt und überall einbauen kannst. Oft scheinen sie zu gelingen. Das ist auch notwendig bei deinem Programm. Emilias Rücken lockerer? Das klingt hoffnungsvoll – nach mittlerweile drei Jahren, oder?
Das Gefühl beim Zurücklassen der Mama kann ich auch nachfühlen. Pflegegrad 5 scheint angemessen bei dem, was du schreibst. Dass sie nicht mehr selber laufen kann, ist noch nicht so lange, oder? Ja und dein Geburtstag bei der starken Hitze und Kuchen essen unterm Walnussbaum ist schön und entspricht dir.