2025-07-06-Nur das Bein im Kopf – Sabine Lacour und Alexandra – Wessling und Hatokos Schreibwaren

In dieser Woche ist nicht viel passiert. Meist, wenn ich „aus dem Kopf“ schreibe, ist mir bereits viel entfallen. Ich versuche es zunächst so und ziehe dann den Kalender zu Rate. War da nicht diese Affenhitze? Die seit gestern oder vorgestern gottlob einer Frischfront gewichen ist? Sehr viel bin ich mit Fuß-hoch gelegen, was dazu führte, dass die Blutansammlungen (wie man das von Toten kennt) auf die Rückseite des Beines sacken und demnach alles schwarz, später lila und grün wurde. Auch ist es von oben nach unten gerutscht – das Bein behält die Farbe bei, aber sie ist auch im Fuß selbst angekommen. Komischerweise dauert auch der Schmerz an, aber mit IBU geht schon wieder einiges. Wenn ich ein paar Stunden unterwegs bin oder der Fuß bzw das Bein unter einem Tisch stand, dann schwillt alles zusätzlich unangenehm an. Mit einem Wort – alles dreht sich um ihn oder ich mich um ihn. Von „du musst Geduld haben“ bis „du solltest unbedingt zum Arzt gehen“ höre ich einiges und schwanke.

An Ereignissen war Chor; dann ein Treffen mit einer ehemaligen Kollegin aus der Großhaderner Palliativstation, mit der ich mich nach Langem verabredet hatte und keinesfalls absagen wollte. Fuß hin oder her, es war sehr sehr schön und unterhaltsam und wir saßen herrlich am Wesslinger See und haben stundenlang gefrühstückt. Ich wollte das Michael am heutigen Sonntag auch zeigen, v.a., dass wenn man pünktlich kommt auch noch ein Platz zu kriegen ist und die Bedienung ausgesprochen nett ist, ganz im Gegensatz zu einmal vor ein paar Jahren. Das Frühstück ist sehr hübsch angerichtet – allerdings ist es ganz was anderes, dort ein Damenrendezvouz zu erleben als mit dem eigenen Mann zu frühstücken, der still alles außenherum beobachtet und sich Geschichten dazu ausdenkt. Hinterher – anders als am Freitag – sind wir noch fußlahm um den See spaziert und ich bin geschwommen, was bei steinigem Ufer z.Zt noch schwieriger ist, weil weder beim Rein- oder Rausgehen Umfallen noch Rein- oder Rauskrabbeln ratsam ist. Da habe ich eine schlechte Figur gemacht. Gestern waren wir auch Schwimmen, am Paradies, diesmal in unsympatischer Gesellschaft und der Weg bergab über den Schotter war auch nicht das Wahre – also zurück mit dem Bus bis Starnberg und Zug. Am Freitag mit Alexandra in einem japanischen Film und dann lange im Hof des HP8, das war sehr schön und intensiv. – Meine Logopädin mag ich auf einmal nicht mehr, muss aber noch zehnmal hin. Ich fand, sie hat auf meine Krankmeldung „falsch“ reagiert, fragt jetzt auch so künstlich freundlich nach. Nach der Logoädie fand ich Beates (nachträgliche) Überraschungen vor meiner Wohnungstür: Blumen, eine Collage und japanisches Papier! Sie selbst krank, sodass wir es vermeiden wollten, uns zu sehen. – Winnis heutigen Piano-Auftritt im Rubinsteinsaal (2-3 Minuten) habe ich versäumt, weil uns die S-Bahn davongefahren war, schade. Mir hat es aber auch gereicht, so habe ich (im Bett) „Hatokos Schreibwarenladen“ (von Ito Owawa) zu Ende gelesen. Was wäre das für ein eigenwilliges, interessantes und liebenswürdiges Buch, thematisch, auch vom Konzept her, wenn es nicht so miserabel geschrieben wäre. So kann ich es weder empfehlen noch verschenken. – Gerade hört das „Konzert“ im benachbarten Biergarten auf – die Frauen WM startet, die den Tatort verdrängt. Wie`s mich nervt. Allerdings fällt er immerhin wegen der Frauen aus, nicht nur wegen der Männer. Wir gucken Tina Turner auf Arte. – Ich hoffe, ich kriege bald wieder mehr Auftrieb. In dieser Woche fanden eher Telefonate als leibhaftige Begegnungen statt.

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Eine Antwort

  1. Ines sagt:

    Deine Beingeschichte ist furchtbar und belastend. Ich halte mich mit Ratschlägen zurück. Der Wesslinger See ist mir nicht bekannt. Muss ich mal nachsehen, wo der ist. Ich bewundere deinen Aufwand, um in einem See zu baden. Der Weg dahin und das mühevolle Ein- und Aussteigen schrecken mich total ab. Vielleicht ist das Buch von Ito Owawa auch schlecht übersetzt, kann man schwer nachprüfen.

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