Lenggries, Penzberg, räumen in München

Und wieder geht es nach Lenggries zu Hias. Der Zug kam pünktlich an und was blieb mir anderes, als in den Jeansstadel zu gehen und ein bisschen zu shoppen. Gefunden habe ich drei Teile. Es ist so ganz ein anderes Einkaufsgefühl auf dem Land einzukaufen, als in der Stadt. Die Verkäuferinnen nett, aufmerksam, ohne aufdringlich zu sein. Hias hat mich behandelt, mit Massagen, schröpfen, ein paar Spritzen und einem kurzen chiropraktischen Griff. Eva holte mich ab. Mittagessen, Cappuccino und Kuchen. Danach ein Kartenspiel für ältere Damen, heißt Phase 10. Zu Hause mein Rad geholt, in den Schrebergarten. Abend gegessen, gegossen, Bohnen gepflückt. Heike einen Teil davon gebracht. Dienstag zur Zahnärztin. Dachte sie macht nur die Zahnfleischtaschenmessung, hat aber gereinigt, mit Spritzen oben, unten und im Gaumen. Danach in das Standesamt in Pasing, hatte Termin wegen Kirchenaustritt. Mittwoch nach Penzberg mit Beate gefahren. Sie zeigte mir die Stelle an der ihr Elternhaus stand, den Friedhof, die Gedenktafel der Opfer der Penzberger Mordnacht. In der Haupteinkaufsstrasse beim Asiaten etwas getrunken und schließlich setzte mich Beate, die sich die Zeit anders vertrieb, am Pflegeheim ab. Mit Mama unter Bäumen im Schatten gesessen, eine Bewohnerin setzte sich zu uns. Mit ihr habe ich mich schon einmal unterhalten, merkte erst im Verlauf des Gespräches ihre beginnende Demenz. Sie mag Mama und nimmt ständig ihre Hand, was Mama strahlen lässt. Elisabeth, so heißt sie, war PDL in einem Pflegeheim in Bad Aibling. Ich habe später Mama der Assistentin Karin „übergeben.“ Mit Beate in eine Wirtschaft auf einem Berg, mit wunderbarer Aussicht, gefahren. Ausklingen unseres Ausfluges, mit, wie soll es anders sein, Kaffee und Kuchen. Am nächsten Tag mit Eva, Andrea und Traudl die restlichen Möbel im Haus entsorgt. Traudl kam mit der Handkreissäge um das Bettgestell zu zerlegen. Mit zwei Autos zum Sperrmüll. Danach gab es eine Brotzeit im Garten. Feiertag! Erst Nachmittag in den Schrebergarten geradelt. Herrlich auf der Liege im Schatten gelesen, später nur die Pflanzen im Gewächshaus gegossen. Der Regen kam mit heftigem Donner in der Nacht. Samstag! Ausgiebiges Telefonat mit Inge, etwas Haushalt, Einkauf, bei angenehmer Temperatur auf dem Balkon gelesen, nebenbei Pistazien gegessen, zu denen es eine Geschichte gibt. 1990, nach meiner Trennung haben mir meine Eltern eine Reise nach Samos geschenkt. Eva hat mich begleitet. Wir haben unseren Eltern ein Tongefäß mit griechisch blauem Rand, gefüllt mit Pistazien, geschenkt. Ein Foto das Pa und dieses Gefäß zeigt steht auf meinem Fensterbrett. Im Zuge unserer Räumaktion habe ich dieses Gefäß mitgenommen und fülle es ständig auf. Pistazien haben Suchtcharakter.

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3 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Pistazien haben Symbolwert. Ebenso das Zersägen des mütterlichen Bettes!!! Es klingt, als neigte sich euer Marathon dem Ende zu. So entspannt klingen die Momente der Belohnung, in denen dir ein Umschalten gelingt. Auch euer Ausflug klingt gelungen. Bei deiner Schilderung kriege ich Lust auf Landleben – obwohl ich mich grade in Aufhausen, Aufkirchen und Berg literarisch in der Graf’schen Umgebung eher halb zu Tode schufte.

  2. Ines sagt:

    Traudl erweist sich erneut als anpackende Frau, dieses mal mit Kreissäge. So etwas beeindruckt mich. Die Geschichte mit den Pistazien ist nett. So hast du eine schöne Erinnerung und gleichzeitig einen gesunden Snack, allerdings mit Suchtpotential. Spritzen in den Gaumen sind grauenvoll. Dein Ausflug mit Beate dagegen hört sich gut an.

  3. Beate sagt:

    Unser Ausflug nach Penzberg war klasse! Während mich sonst meine Fahrten da hin immer traurig machen, war es diesmal ganz anders, ich war bester Laune!

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