Rasen mähen, Kassandra und Campendonk
Das Gras musste gemäht werden. Zwischen 12.00 und 15.00 Uhr darf es nicht sein und auch nur bis 18.00 Uhr, so steht es in der Haus- und Hofordnung der Siedlung. Deshalb bin ich so losgeradelt, dass ich a zur richtigen Zeit und b da war, als der Rasen trocken war. Wegen meiner Athrose bekam ich den Benzinkanister nicht auf. Traudl angerufen, die in der gleichen Siedlung wohnt, sie kam. Zwei Bahnen ich, zwei Bahnen Traudl. Ging dann ruck zuck. Noch länger im Garten gesessen. Am Abend in die Glyptothek zu Kassandra. Vieles was gesprochen wurde, passt in unsere Zeit. Das Stück fand ich, bis auf den modernen Schluss, sehr gut. Goethe am Dienstag gelesen. Die Lehrjahre lesen sich besser und leichter, als die theatralische Sendung, mit ihren komplizierten verschachtelten Sätzen. Mit Heike und Beate ging es nach Penzberg. Heike und Beate zum Essen, ich zu Muttern. Nach 2 Stunden trafen wir uns im Museum, dass nur ein paar Minuten vom Heim entfernt ist. Ausstellung Campendonk und Austin Eddy. Von Ersterem hat die Mutter von Andrea (Eva’s Mitbewohnerin) einige Bilder von ihrem verstorbenen Lebenspartner geerbt. Die Bilder von C. gefielen mir fast ausnahmslos. Der andere Maler war nicht so mein Fall. Regen am nächsten Tag. Spaziergänge, die ich wieder etabliert habe, bis Moosach, später nach Allach. Zweiter Versuch blaue Sneakers zu bekommen, bei Schuh Schmid im OEZ. Große Auswahl, nichts gefunden. Ein wenig Haushalt gemacht. Wo gibt es eine Bernauerin (Torte) in München? Bei Detterbeck in Laim. Schwarze Wolken verhinderten es mit dem Rad zu fahren. Zur S Bahn, die nicht fuhr, ersatzweise mit dem Bus gefahren. Torte, enttäuschend! So muss es doch Murnau oder Weilheim, wenn nicht gar Straubing sein, um die Wahre zu bekommen. Spaziergang, heimgekommen und es fing an zu schütten. „Kairos“ auf dem Balkon gelesen. Heute geht’s wieder nach Penzberg. Eva ist in Dänemark und so fahre ich öfter zu Mama.
Auf Traudel ist Verlass. Eine Bank wie man so schön sagt. Dass du keine Schuhe findest, wundert mich. Du hast doch keine komplizierten Füße und dein Geschmack ist doch auch nicht ganz gegen die aktuelle Mode. Extra in die S-Bahn steigen, um einen besonderen Kuchen zu bekommen, ist mir ganz fern. In diesem Punkt sind wir beiden Krebse sehr verschieden, ansonsten sehe ich oft Ähnliches.
Interessant, dass dir die Lehrjahre besser von der Hand gehen! Fürs Erste wenigstens. – Was Arthrose bedeutet weiß frau erst, wenn sie davon betroffen ist. Gut zu wissen, dass die Münchner Straubingerin keinen Ausflug wert ist. Eine Freundschaft wie die zwischen euch beiden ist außergewöhnlich. Was muss das für ein Weg sein, bis man so weit kommt! Ein Traum. Und soweit ich weiß gibt es beileibe nicht NUR handfeste, praktische Aspekte. Mir scheint auch, dass sich das in dieser entscheidenden Zeit jetzt nochmal vertieft hat. – Was deine Schuhe betrifft könnte ich mir vorstellen, dass du am Gegenteil von dem zu leiden hast wie ich – wir hatten erst kürzlich das Thema. Sehr zierliche Füße und Knöchel. Da schlackerst du vielleicht in den Normgrößen.
Erklärung zum Schuhkauf. Ich will kein Nubuk oder Wildleder, sondern Glattleder und die gibt es in dunkelblau nicht.