Ein Anderswo in der Eifel und in Düsseldorf

Am Sonntag fuhren Suzanne und ich in ihr Haus in der Eifel. Ruhe, Spaziergänge, zusammen kochen und zusammen sitzen, in ihrem Garten im Liegestuhl oder am Abend vor dem Kamin. In der Erholung spüre ich, wie unruhig ich manchmal bin, einfach von innen heraus. Der Ort, Kalterherberg, hat ein kleines Café, die Luise. Da sitzt man wie früher im Teehaus am Pündtnerplatz, so gemütlich! Wir trinken Tee, der Raum ist so hübsch mit alten Möbeln eingerichtet dass ich lange bleiben will, vor mir eine Tasse Tee. Suzanne geht hier im Ort in der Turnhalle der aufgelassenen Grundschule zum Yoga und in die Gymnastikstunde. Bei letzterer schließe ich mich an. Alle Frauen und Männer schauen supersporlich aus und bewegen sich auch so. Manche sind in unserem Alter. Einer der Spaziergänge ist besonders schön. Dazu fahren wir aus dem Dorf raus und etwa 10km weiter. Da ist schon die Landesgrenze nach Belgien Wir wandern im hohen Venn, einem Moorgebiet. So fühlt sich der wunderbarste Herbsttag an. Uns begegnen nur ein einziges Mal andere Menschen. Ein Paar, das gerade aufwendig mit Alutuch und Kamera ein kleines Tier, eine Eidechse, fotografiert- Sonst kein Mensch, wohin das Auge reicht.
Freitag Abend zurück in Düsseldorf. Helmut und Suzanne sind verabredet, ich liege auf dem Bett und lese. Samstag ein langer Spaziergang im nahe gelegenen Wald. Suzanne ist aufgewühlt, der beste Freund ihres Bruders hat sich erschossen. Ich werde noch zwei Tage bleiben. Unglaublich wie lange sie es mit mir aushalten. Sie sagen, sie verbringen sehr gerne Zeit mit mir. Dann ist das schön, wirklich sehr schön.

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4 Antworten

  1. Heike sagt:

    Deine Tage bei Suzanne klingen zutiefst erholsam und schön. Da kommt das Wort „erschossen“ besonders brutal daher. Das zeugt von mehr als Verzweiflung – es hat das Gewaltvolle eine Selbst-Mordes – ein Wort, das ich eigentlich immer meide.

    • Beate sagt:

      Suzanne wurde inzwischen berichtet, dass er sterbenskrank war und seinem Leben wohl ein schnelles Ende gesetzt hat. Abschiedsbrief gab es keinen. In seiner näheren Umgebung sin alle zutiefst erschüttert. Ein gewaltsamer Tod, ich denke an Helmut, Angies Mann, der sich vor 8Jahren auf die Schienen gelegt hat

  2. Ines sagt:

    Mir ging es beim Lesen genauso wie Heike. Erst diese entspannten und friedlichen Tage in der Eifel, im Kontrast dazu die Nachricht, dass sich jemand erschossen hat. Furchtbar. Eine brutale Art, seinem Leben ein Ende zu setzen.

  3. Renate sagt:

    In diese idyllische Beschreibung plötzlich der Knall. Wie tragisch!

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