Sommer und Herbst im Urlaub, schönes Venedig, zurück im warmen Zuhause und gelungene Fütterung
Letzten Sonntag fuhren wir mit dem Auto und unseren Fahrrädern im Gepäck nach Ca Savio. Dieser zugegebenermaßen gar nicht beschauliche Ort hat eine lange Geschichte. Hubert war jedes Jahr dort, als seine Kinder noch ganz klein waren. Immer auf dem Campingplatz im Mobile Home direkt am Strand. Ich war auch schon 7 mal mit ihm und in verschiedenen Konstellationen dort, meist mit Luisa und mit zwei befreundeten Familien. Da wir viele schöne Erinnerungen an diese Adriaurlaube haben, wo wir zuletzt im Herbst 21 waren, und weil wir dieses Jahr noch nicht in Italien waren, hatten wir kurzfristig entschieden, dort hinzureisen, allerdings nicht auf den Campingplatz, sondern in das kleine Hotel nebendran, mit Zugang zum Meer. Zwei Tage war es richtig sommerlich, wir konnten sogar am Strand liegen und baden, dann schlug das Wetter um und es war schlagartig Herbst, zwar meistens schön, aber kalt. Die Tage vergingen mit Radeln über die Lagune, am Strand spazieren, Essen gehen in den Lieblingslokalen, viel schlafen und einem Besuch in Venedig. Dazu fuhren wir mit den Rädern nach Punta Sabbioni und setzten mit dem Schiff über. Jedes Mal, wenn ich über den Wasserweg nach Venedig fahre, bekomme ich Glücksgefühle beim Anblick der Stadt. Wir ließen uns zu den Orten treiben, die wir gerne mögen und wo keine Touristen sind bis mir die Füße weh taten und wir uns statt dessen mit unseren Tagestickets herumschippern ließen. Hubert redet ziemlich gut Italienisch, dadurch nehmen die Leute an, dass ich auch Italienisch kann, was aber nicht der Fall ist. Dadurch schaue ich oft etwas belämmert drein, wenn sie ihr Wort an mich richten. Seit Samstag sind wir wieder daheim. Ich hatte auch wieder richtig Sehnsucht, nach unserer warmen Wohnung (das Hotel war nicht beheizt) und natürlich nach Mateo, den wir heute gleich nach dem Einkauf besuchten. Ich war ganz glücklich, dass er sich wieder gut von mir mit dem selbst gekochten Brei füttern ließ, nachdem er die letzten Male bei Maja und Bernd so gut wie nichts gegessen hat.
Bei eurer gelungenen Fütterung muss ich gleich an die „Madonna mit dem Milchbrei“ in Freising denken, auch daran, welches unermessliche Unglück es sein kann, wenn ein Kind von der Mutter oder überhaupt nichts zu essen annimmt! Es ist also umgekehrt ein Glück! Dass ihr schon oft in oder bei Venedig wart hatte ich vergessen, vergesse es vielleicht wieder. Man kennt sich aus und alles ist „wie immer“, sowas mag ich auch. Meine Abneigungen sind einfach zu extrem – fällt wahrscheinlich in die Kategorie wie die gegen überteuerte, überspannte Friseure. Bin mal gespannt, ob ich mich auf dem Sterbebett immer noch so echauffiere… Mich hatte auch in Freising mal so eine Aversion gepackt – dabei war es dann gestern soooo hübsch dort. – Schnallt ihr denn eure Fahrräder aufs Auto?
Die Räder stehen auf einen Radständer, der an der Anhängerkupplung anmontiert ist, also hinter dem Auto.
Es gibt, Gott sei Dank, stille Ecken in Venedig. Damit du nicht belämmert dastehst weil du nicht italienisch kannst, gibt es nur eine Lösung. Das du dich auf zu Hause gefreut hast verstehe ich, in Anbetracht der kalten Zimmer im Hotel, umsomehr.