2025-11-29 – Backen, Hörgeräte – Inkubation, Illumination, Präparation – Susa, Wilhelminen + Heide sei Dank – DGPB

Montag Chor. Nach und nach füllt sich die Küche mit Nüssen, Mandeln, Oblaten, Zitronen, Zimt, Couvertüren, Puderzucker. Plätzchenformen rücken in Sichtweite. Ich rüste mich für die überfallsartige Eingebung. Heute (Mittwoch) hätte ich Zeit, aber keine Lust, zumal ich – wie meistens – seit Morgengrauen am Lesen bin, momentan Erzählungen und Biografisches von Tolstoi. Beim Nachstöbern fiel mir meine letztjährige Aetasgruppe ein; von da stammen zwei vergessene Rezepte – frohlockende Vor-Freude! – Protokoll verfasst. – Am gestrigen Dienstag waren wir Wilhelminen dezimiert. Renates Mutter sterbend, Beate verreist, Susanne krank. Ich muss gestehen, dass es auch zu viert – wenn es nur nicht roh ist, das zu sagen! – wunderschön war. Hinterher mit Martha und Lioba auf der Straße beinah noch Wurzeln geschlagen. Lioba hat mir einen Roman zu den Russen mitgebracht. Ich hätte fast geweint vor Freude! Das teilnehmende Interesse ist groß, wenn auch keine dabeisein wird – zu voll der Pott. – Gestern wieder beim „Ohr“. Diesmal probiere ich ein Hörgerät, das jede Außensituation dank KI erfasst, per App steuerbar. Das angekündigte System bzw die zugehörige Ladestation fehlte. Das entsprechende Modell hätte nicht den Apparat hinterm Ohr, dafür ein hartes Pastikteil im Ohr wie die Erbse in der Nase Michls aus Lönneberga. Das geht nicht! Dafür müsste ich es nur an einem Plastikfädchen herausziehen. Die Testphase geht weiter. – Draußen alles grau. Schneeregen. Literarisch bin ich in einem der vielen russischen Schneestürme.

Montag wieder 3-Stunden-Telefonat mit Susa. Sie nimmt erneut auf meine Texte zwischen 2012-15 Bezug sowie auf eine längst vergessene Begeisterung, mit der ich sie damals angesteckt haben soll, die mich gleich wieder erfasst: das Phasen-Modell des kreativen Schaffensprozesses (nach Warren?): Präparation, Inkubation, Illumination, Verifikation. Nichts ist derzeit relevanter! Ich dachte an Etliche, die sich im Hospiz zu ihrer Motivation so äußerten: Sie wollten das schon immer und kamen manchmal erst im Alter. So ist es mit meinen ersehnten Lesekreisen – die Russen wollte ich auch „schon immer“, sie tauchten die letzten Jahre gehäuft in anderen Lektüren auf. Im Sommer habe ich es erstmals ausgesprochen. Wie treffend „Inkubation“ im geistigen Zusammenhang ist! Durch den fixen Termin wird die Illumination zwangsweise verkürzt, muss also in gemeinsamen Prozess einfließen. Heide hat Anteil an alledem. Im Studium hatten wir ein literarisch-psychologisches Seminar, alle Jahre diesbezüglich Austausch. Sie hat mich auf die ASH gestoßen. Lesen geht auch ohne das – auf die Gestaltwerdung mancher Wünsche aber hat diese Zeit beträchtlichen Einfluss. Heide wusste, dass ich mir „ZIRKEL“ schon immer gewünscht habe! Alles war schon früh im Keim angelegt. Ich muss an C.G. Jungs kindliche und zukunftweisende Spiele denken. Den Träumen kann nicht genug Bedeutung beigemessen werden. Natürlich war auch meine Gruppenarbeit im Hospiz Ausdruck einer inneren Triebfeder. Und ich hatte Raum und Zeit. – Diese Woche habe ich Judith Kuschel, die mein letztes KlosterWE musiktherapeutisch gestaltet hatte, wegen der „36 Atmemzüge“ befragt. Wir wollen uns bei Gelegenheit treffen! – Überraschungspäckchen von Susa! – Für das nächste Symposium (Zuversicht. Vom Trost der Poesie in unruhevollen Zeiten. Eine Erkundung.) der Deutschsprachigen Ges. der Poesie- und Bibliotherapeuten wurde bei den Mitgliedern nach Ideen oder Beiträgen zum o.g. Thema gefragt. Ich habe es gewagt. Mein Themen-Vorschlag für einen Workshop wurde sehr positiv aufgenommen. Ich bin also 2026 selbst aktiv, nicht nur teilnehmend dabei! – Ab Morgengrauen Tolstoi. „Herr und Knecht“, „Wieviel Erde braucht der Mensch“, „Drei Tode“; „nach dem Ball“ und Biografisches). Eben backt das x-te Blech Lebkuchen, die schrecklich auseinanderfließen. Für Sonntag Honigkuchen. Freitag wunderbare Sitzung bei Herrn Diemer. Samstag Einkauf, kochen, wenig lesen, abends Gregorianische Gesänge in St. Laurentius mit Martha und Lioba. – Sonntag: letzte Chance Kunstbau Dan Flavin, wozu ich nie Lust hatte. – 14.00 Mini-Hospiz-Schreibgruppe zum 1. Advent. Abends Herkulessaal, wo ein Nachbar mit seinem ukrainischen Chor auftritt. So ist der Plan. Puh!

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2 Antworten

  1. Ines sagt:

    Nach dem Modell bist du wahrscheinlich in der Phase der Illumination. Das passt dazu, dass du förmlich brennst für deine neuen und auch die älteren Projekte, die schon eine Verifikation erfahren haben. Wow, ich als Kaltblüter mit meinem Hannoveraner Temperament bin davon sehr beeindruckt. Auf deine Plätzchen freue ich mich schon und hoffe auf eine Kostprobe. Das Projekt Hörgerät ist zäh, aber so wichtig für deine Gruppenprojekte. Ich kenne so viele, die schlecht hören und finde die Kommunikation dadurch sehr beeinträchtigend.

  2. Beate Michl sagt:

    Wie schade, dass ich am Dienstag nicht dabei war- so geht es mir ja eigentlich jedes Mal. Ja, Du brennst für Deine Themen, es ist sehr beeindruckend zuzusehen und davon zu partizipieren, wie du Gruppenarbeit und Literatur in Einklang bringst und wunderbare Momente sind geschaffen!

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