2025-12-20 – Was ist vor der Influenza, ab wann ist nach ihr – diese Kraftlosigkeit! – Flavin, Hospizgruppe, Ukrainechor – Susanne
1. Advents-WE. Dan Flavin ließ mich kalt. Aus Langeweile habe ich fotografiert. Die Linse bildet ab, was das Auge nicht sieht. Noch ein Sprung ins Lenbachhaus; inspizieren, ob „die Stille verschieben“ für uns ein „Fenster zur Kunst“ wäre. – Danach HospizSchreibgruppe. Sehr esoterisch, aber auch schön. Ich hatte für den Auftakt eine CD dabei, das Gerät aber streikte. Was nur Ingrid kannte, wollte ich evtl mit ihr singen. Da stimmten alle ein! Ein besonderer Moment, der nur auf dem Boden gewachsener Vertrautheit entstehen konnte. – Diesmal musste ich als erste gehen – Konzert des Nachbarn im Herkulessaal. Der Auftritt herzbewegend. Dass ein ukrainischer Chor eine im weitesten Sinn folkloristisch angehauchte Symphonie aufführte, wurde durch bestickte Blusen der SängerInnen unterstrichen. Am Ende stürmten zwei mit blau-gelber Banderole die Bühne, schrien „slava Ukrainy“, worauf aberhunderte Stimmen wie aus einer Kehle das Echo gleich einem Schlachtruf erschallen ließen. – Die zugehörige musikalische Beilage habe ich euch eben, fast drei Wochen danach, per Whatsapp geschickt.
Montag Chor, im Anschluss 3-Stunden „Themen-Sitzung“ mit Susanne bei Musenrelief und Mistel. – Derzeit lese ich schon vor Morgengrauen Tolstoi-Biografie mit Bezügen, denen ich durch massenhafte Bestellungen bei Booklooker nachgehe – Novellen und Erzählungen insbesondere. Nicht alles ist zu bekommen. Da habe ich noch die digitale Tolstoi-Friedensbibliothek entdeckt! Inspirationen „zur Sache“ regnet es von allen Seiten. Gesamtausgabe erwogen. Dafür müsste ich die Schriftgröße wissen, mich zudem besser auf diverse Übersetzungen verstehen. Davon bin ich noch weit entfernt.
3. AdventsWE. Eben habe ich angefangen, eure Beiträge zu lesen – hätte zu manchem was zu sagen, aber keine Power, auf irgendetwas, sprich auf eure persönlichen „Noten“ einzugehen. Das gibt`s doch nicht! Von zwei Zähnchen bis hin zu Eidinger im Prinze – was offenbar sehr viel gelungener war als die Entsprechung vor zwei Jahren in der Isarphilharmonie, wo er uns nicht erreicht hat. – Kurz und gut – keine Backkraft, keine Schreiblust, letzteres nur rudimentär. Diesmal nur handverlesener Schriftverkehr – ohne Esprit. Ratlos vor meinen Bildchen, Wortschnipseln…es ging einfach nichts. Zu Hause aber bin ich schon den halben Tag auf, vollbringe nichts, stöhne und seufze wie ein altes Weib vor mich hin, ringe um Luft, schwitze. Die Feier bei Alexandra musste ich selbstredend absagen. Noch steht der Plan, am 24. für zwei Tage nach Berlin zu fahren. Es wäre nicht das erste Mal, dass wir Hotel und Zug umsonst gebucht haben…. Wenn Weihnachten nur schon vorbei wäre. Das zieht mir schon lange den Stecker vollends, es macht mir Angst und Depression.
Selbst von meinen Lektüren habe ich langsam genug. Zwischendurch ging ja nichtmal das. Dann aber „Kindheit, Knabenalter, Jünglingszeit“. Eine Bigrafie Tolstois. Sofia Tolstaja. Dann ein Leben an der Seite Tolstois. Usw usf. So, jetzt muss ich wirklich wieder ins Bett. Es tun auch die Arme und Schultern beim Tippen so weh, als würde ich Kohlen schleppen. – Ergänzung: Wahnsinnig schlimm war für mich die Tatsache des Fehlstarts in der Tolstoibibliothek – worauf dort allerdings sehr herzlich reagiert wurde. Zwei Tage vorher hatte ich noch behauptet, mich lieber reintragen als das ausfallen zu lassen. – Ich hoffe langsam sehr, dass wieder Energie in mich fließt. So ist es langsam wirklich eine Qual.
Sich so krank fühlen geht mit Kraftlosigkeit und Überdruss einher- am Ende eines Jahres, an dem wir durch deine Beiträge und in Deinen Gruppen Zeugen sind, wie Du für das Wort brennst und zu kreativen Höhen gelangst, mag ich Dir nur wünschen, dass die Kraft wiederkommt und das Jahr einen schönen Abschluss findet, in Berlin oder daheim!
In ganz kleinen Schritten kommt die Kraft wieder, aber es liegt noch ein Weg vor dir. Das ist bei Influenza leider die Regel. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Zustand auch Depressionen verursacht, das kommt noch zu dem überfrachteten Weihnachten hinzu. Gute Besserung, liebe Heike.
Auch wenn jetzt die Arme schmerzen ist dein bloggen doch das Zeichen, dass es langsam bergauf geht. Die Kraft kommt nach und nach, allerdings solltest du nicht übertreiben. Dass dir Weihnachten, nicht nur nach dieser Erkrankung, Angst macht und auch schwermütig, glaube ich. So hoffe ich dass es für dich einigermaßen erträglich wird.