Ein Missverständnis, Karten spielen und Seidlvilla

Seltsam: ich hatte ein Hotel „Luitpold“ in Nürnberg gebucht. Als ich ankam, sagte man mir, ich hätte keine Reservierung. Das war das Hotel „Prinzregent“, in dem ich früher öfter übernachtet hatte. Ja, ich hatte bei booking im L. Gebucht. Der Prinzregent hieß Luitpold….das Luitpold lag dann im 2. Stock eines Altbaus, mein Zimmer, karg aber sehr sauber, lag im 3. Stock und leider, leider, war der Strom ausgefallen. Also Licht durch die Taschenlampe vom Handy. Warum Nürnberg? Ich wollte meine frühere Kollegin vom Haus der Bayerischen Geschichte sehen. Sie holte mich vom Bahnsteig ab und wir fuhren gleich in den 13.Stock vom Motel One auf einen Kaffee. Da war ein gigantischer Blick über Nürnberg, den wir genossen! Vor der Kulisse saßen wir lang und tauschten die Ereignisse der letzten Jahre aus. Schön, wie vertraut wir immer wieder sind! Nach einem kurzen Gang über den Christkindlmarkt fuhren wir zu ihr nach Hause, wo ihr inzwischen 92jähriger Mann schon wartete. Er war / ist ein honoriger Professor und für den Rest des Abends wurden die Gespräche mit anspruchsvolleren Themen geführt. Nani schmückt das Wohnzimmer zur Weihnachtzeit mit herrlichen Miniaturen, die sie im Lauf der Jahre gesammelt hat.Es ist als käme man in ein Museum (und sie arbeitet auch seit Jahren im Spielzeugmuseum).
Nun sitze ich am Bahnhof und warte auf den Zug nach München. Schön war’s und was für ein Intermezzo zwischen Hausarbeit, die mit Alina und Baby überbordend jeden Tag anstehen!
Es gab schon weitere Fluchtpunkte in dieser Woche: Ein Abend mit Wegeners, unseren langjährigen Ärzten, ein Abend mit Kartenspielen im „Zum Kloster“ und anschließendem Singen unterm Weihnachtsbaum und ein Abend in der Seidlvilla. Dort gab es erst einmal die Buchvorstellung über die Biografie von Bertl Lörcher. ( Bertl kannte ich in meiner Zeit in der KZ-Gedenkstätte gut.)
Als Nächstes hielt Bernhard einen Vortrag zum Projekt der Industriedenkmäler in München. Dazu gibt es in jedem Jahr auch einen Kalender. Der Abend war mein Abschied nach über 20Jahren als Vorstandsmitglied im Archiv der Münchener Arbeiterbewegung. Eine Erleichterung , weil ich schon ein paar Jahre nicht mehr aktiv gewesen bin. Danach saß ich noch lange mit Bernhard in einem Lokal bei Wein und Wasser.

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Eine Antwort

  1. Heike sagt:

    Was für eine abwechslungsreiche Woche! Besonders gefallen mir die „Miniaturen“ und der Kontrast zwischen Kartenspielen und honorigen 92-jährigen Professoren. Was da alles Platz hatte, sogar Wein und Wasser mit Bernhard!

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