2026-01-04-Spaziergang zum Jahresausklang – Silvester + Neujahr – eine Fehlbuchung + ein Flop – Rauhnächte

Schon fange ich an zu vergessen, was seit Weihnachten war. Was noch erwähnenswert war: Berlin war leer, ruhig wie nie, zeigte ein unbekanntes Gesicht! – Ruhige Tage bis auf Sonntag bei Rudi. Obwohl wir an Silvester „nichts“ machen will es vorbereitet sein. Wenige Nachzügler-Karten. – Dienstag Spaziergang im Nymphi mit Renate in moderatem Tempo. Obwohl es ohne mich flotter ginge bekomme ich nicht das Gefühl ab, lahm zu sein. Im Anschluss im Café Hölzl (das sich unterdessen füllte) ausgiebiges, gehaltvolles Gespräch – tat das gut!

MIttwoch – Tag der Tage. Angeblich sollte Feuerwerk in nie dagewesener Menge verkauft worden sein. Sind Luft, Umwelt, Mensch und Tier der Mehrheit eigentlich egal? Ein ärgerliches Missgeschick: Ich hatte beim Erhalt der Karten für die Singphoniker nicht hingeschaut. Als ich kontrollieren will, wann das beginnt, schaue ich erst auf falsche bzw andere Karten, dann suche ich die richtigen, sehe mit Schrecken 15:30 (es war schon 18:00), und: Die Volksbühne hat mir für ein falsches Konzert (ebenfalls Hochschule für Musik) Karten geschickt! Wir haben es trotzdem probiert. Vielleicht haben sie ein Einsehen? Hatten sie nicht. Nochmal über 100 € hinlegen keine Option. Unverrichteter Dinge gegangen, Michael mit Rückenschmerz, ich mit Frust. Der Abend gestaltete sich aber mit unserem Ritual gut, wir brauchten mehr Zeit als gedacht. Ich mache es „privat“ nicht so streng wie in Gruppe; Michael sagt nicht nur soundso, sondern holt etwas aus; ich will nicht korrigieren, das müsste jemand Außenstehendes tun. So kamen wir in vertieften Dialog. Dann kam Hunger. Schließlich Anruf von Gertrud und Hans-Walter – sie hatten sich ihrerseits bei ihrem Ritual „Freundschaftspflege“ vorgenommen! Schon böllerte es, nicht allzu krass, nur etwas mehr als schon seit zwei Tagen.

Das Neue Jahr ist da. Inzwischen habe ich, in Etappen, den Blog von 2025 vollständig nachgelesen. Mir fällt mir auf, wieviel sich wiederholt, wie oft es um Unpässlichkeiten oder Hiobsbotschaften geht. Könnte das anders werden? Ist wirklich immer alles so schlimm oder übertreibe ich? Auch Verluste, Neuzugänge bzw Wiederaufnahmen treten hervor. Nur angefangen, für Frau Holle aufzuräumen bisher. Was für ein Kampf mit dem Papier! Ich trenne mich von kaum einem Schnipsel. Klamotten lasse ich vorerst weg. – Herrliches Gefühl: NICHTS MÜSSEN. Stillstand. Die Sonne lacht. Kerzen auf den Gräbern anzünden. Unterwegs eine indische Mutter mit ihren drei Söhnen Müll einsammeln gesehen, ins Gespräch gekommen. –

Mit Rudi hatte ich „Amadeus“ mit der Opera Incognita in Dorfen ausgemacht; unabgesprochen gebucht und nicht bedacht, dass er selber anderweitig auftritt. Da es – wie er mir inzwischen mitteilt – bis 23:10 dauert, (der letzte Zug 23:15), Stattauto für 60 Euro. Nach Verdauungsschläfchen – überfressen mit Resten des Neujahrsschmauses – losgefahren, um dann doch in der Pause zu verschwinden. Tolle Gesänge, Stimmen, Musik, aber das Spiel allzu klamaukig. Bei Schneegestöber heimgefahren. Zweimal Pech diese Woche.

Samstag ruhiger Tag, trotz Sonnenschein kein Bedürfnis rauszugehen – leicht schlechtes Gewissen. In Venezuala ist der Teufel – sprich Trump – los.

Strahlender Sonntag. Mich hat es nur mit kleinem Umweg zum Brotkauf bei Ruffini gezogen. Während ich wenigstens mal im Wohnzimmer staubwische, sauge und aufräume, Michael sich ums Mittagessen kümmert (wie spüre ich den Unterschied, wie er es mit Ruhe und Hingabe macht im Gegensatz zu mir) –  brennt endlich für die letzten Rauhnächte das Licht im Fenster für unsere verstorbenen Seelen. Was sind das für besondere, ruhige Tage, die zudem schon wieder spürbar länger werden!

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3 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Beneidenswert, „euer“ Ritual an Silvester. Vielleicht kann ich mir das für das nächste Jahr abschauen. Die Fehlbuchung ist echt ärgerlich, Mist, zum Glück hat der Frust nicht allzulange angehalten. Wenn ich an deine Blogeinträge des letzten Jahres denke, ohne sie noch mal gelesen zu haben, erinnere ich mich auch an viel Schweres, zuletzt deine schwere Erkrankung. Aber auch an viel Begeisterung. Diese ruhigen Tage sollte bei mir jetzt auch mal langsam spürbar werden.

  2. Renate sagt:

    Du den ganzen Blog ich immer noch mein 5jahres-Tagebuch. Das mit dem falschen Konzert, mit Amadeus und dann noch im Schneegestöber heimfahren, ärgerlich. Für Frau Holle aufräumen, klingt so nett. Wenn nur das Aufräumen auch so nett wäre. Freundschaftspflege ist auch ein schönes Vorhaben.

  3. Beate sagt:

    Du schreibst, „ist es wirklich so schlimm oder übertreibe ich?“ – Ich hab mir in diesem Jahr ganz schön viele Sorgen um dich gemacht. Doch nun hast du Berlin hinter Dir und es an Silvester gut gehabt- endlich wieder wohlauf!

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