Family in Bielefeld, Streit mit Sören, Rolf im Krankenhaus

Bin schreibe heute aus Bielefeld, liege auf dem Bett in meinem ehemaligen Kinderzimmer unterm Dach. Heute hat meine Schwester Geburtstag, am Nachmittag fahren wir zu ihr zum Geburtstagskaffeetrinken mit Familie und Freunden. Vor zwei Tagen, am Freitag fuhren Hubert und ich mit dem Zug hierher. Vorher freue ich mich immer, meinen Vater und meine Geschwister zu sehen. Inzwischen reicht es mir schon wieder. Sowohl am Freitag Abend saßen wir mit meinen Geschwistern im Wohnzimmer meines Vaters und gestern das ganze nochmal bei meinem Bruder im Wohnzimmer. Die Gespräche sind mir oft zu flach in der großen Runde. Auch Hubert strengt mich etwas an, weil er so bemüht ist. Was ganz schön ist, ist das morgentliche Frühstück mit meinem Vater, zu dem Hubert und ich die Semmeln vom nahe gelegenen Bäcker besorgen. Das ist ein kleiner Spaziergang durch die Wege, die ich als Kind zu Schule gehen musste. Zu Dritt ist das Reden etwas intensiver und Hubert entspannt sich mehr. Ich glaube, er hat mit meinem Bruder eine Konkurrenz, die ihn stresst.  Am Mittwoch kam es mit Sören zum Streit, bei dem ich feststellen musste, dass die alten Streitmuster noch alle da sind. Er war beleidigt, weil ich mir erlaubt hatte, ihn in Bezug auf die Auseinandersetzung mit seiner Freundin auf seine eigenen Anteile hinzuweisen. Das hat er mir übel genommen. Den beginnenden Stret, der in Majas Wohnung stattfand, wurde von Majas Machtwort im Keim erstickt. Sie sagte, wenn wir streiten wollen, sollen wir wieder gehen. Vor ihr und Mateo ist kein Platz dafür. Daraufhin haben wir uns entschuldigt und uns ganz schnell vertragen. Am Donnerstag erfuhr ich, dass Rolf, Sörens Vater, nach einem Zusammenbruch ins Krankenhaus gekommen ist. Ich merke, dass mir die Vorstellung, er könnte sterben, richtig zuletzt.

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3 Kommentare

  1. Beate Michl sagt:

    Majas Reaktion finde ich-offen gestanden- großartig. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie sich radikal gegen eine Fortsetzung des altbekannten Konflikts abgrenzen will.
    Die Familientreffen scheinen erst mal einen mehrtägigen Anlauf zu brauchen, bis tiefere Gespräche möglich werden, vielleicht war einfach die Zeit Eueres Zusammenseins zu kurz? Ich verstehe Hubert so gut, wie er den gefühlten Konflikt übertönen will!

  2. Heike sagt:

    Ich sehe Sören leiblich vor mir. Dass sich im Leben NICHTS bis wenig ändert in diesen entscheidenden Dingen, das ist wohl so. Heilung ist ein frommer Wunsch. Heute galube ich, dass Therapie (wir sehen es ja auch andernorts) nicht der Weg ist. Wie Maja reagiert ist stark. Sie ist nicht mehr die Kleine, die das passiv erdulden muss. – Die familiäre Oberflächlichkeit beschreibst du ja öfters – ich fürchte im Gegensatz zu Beate, dass das nicht mit mehr Zeit mehr Substanz bekommt. Ihr habt viel Schönes miteinander, aber wie jede Familie eben auch Schwachstellen. Huberts Platz scheint nicht ganz sicher in dieser Konstellation. Auch irgendwas „Altes“?…es mangelt ja (äußerlich) nicht an offenen Armen. – Und Rolf? Wie alt ist er? Kommt seine Zeit?

  3. Renate sagt:

    Zuviel Familie ist auf Dauer auch nichts. Ich kann mir vorstellen wie Hubert sich fühlt und sich bemüht. Deine Tochter imponiert mir.

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