2026-02-21-Nachwehen – Blase – Pause nach Godot – Meilenstein Dostojewski – spirituelles Brachland – Alexandra

Nach der turbulenten Schreibgruppe wusste ich nicht, ob ich krank oder einfach alle bin. Auseinandersetzungen (im Alter) zehren an Kräften. Dabei bin ich froh um offene Worte, die nichts unter den Teppich kehren – das vertrage am wenigsten. Es war insofern eher „intensiv“ als „schön“. Magenweh, Schuldgefühle natürlich. Ausgiebig mit Michael gesprochen, dem ich vorhalte, nicht sein einziges Gegenüber sein zu wollen: er hätte mit mir genug zu tun und die (wohl nötige?) Reibung, die er anderswo nicht bekommt. Er GENIEßE es, niemand treffen zu MÜSSEN! Dass die Sicherheits- und Armutskonferenz mich so aus dem Gleis werfen würde! (Austausch mit Margot – O-Ton: „Parallelwelten und maximale Ignoranz“). Mit Michi noch gelesen, mein Anker und Ruhepol – beides.

Am Dienstag habe ich den letzten Abend vor meinen Theaterferien allein bestritten. Ich saß gut, Luft zwischen den Plätzen, für mich beeindruckend gespielt, tolle Körpersprache, wenig gebrüllt – gottlob – die Inszenierung gefiel mir; „Warten auf Godot“ per se kann einem wohl nicht gefallen, aber ich wollte es mal wieder sehen, wohlweislich dass ich jetzt Pause brauche. Im Hinaustreten dichtes Schneegestöber, die Tram von hinten gesehen, die nächste nur bis Leonrodplatz. – Mittwoch wieder Akustikerin. Ich stelle keine bessere Hörleistung fest; allerneuestes Modell ausprobiert: wie unter Wasser, insbesondere wenn ich selber spreche, summe oder singe, was ich ja ständig tue, außer ich spreche oder lese gerade. Jetzt habe ich „frei“.

Besorgniserregend an der Blasenentzündung ist, dass ich trinke und trinke und wenig ausscheide. 2l trinken, 2kg mehr. Da müsste „man“ zum Arzt. Am Sonntag deshalb das Friedenskonzert ausgelassen. Immer freue ich mich über Freizeit. Schade trotzdem wegen Martha. Es gibt nicht viele, die „sowas“ mit mir machen. Spirituelle Inhalte gibt es mit einigen Wenigen, aber die entsprechenden Erwartungen und Bedürfnisse können sich fundamental unterscheiden. Ich hätte gerne so einen Kreis – wollte ihn ja selber aufbauen, hatte schon das wunderbarste Konzept – aber wann und wo sollte das noch stattfinden?! Alles Bestehende ist nicht das Richtige. Die Lücke nach dem Hospiz ist noch nicht geschlossen, schließt sich vielleicht nie. Dennoch ist es sträflich, diesen Bereich zu vernachlässigen. Ebenso wie die Ignoranz gegenüber meinem Körper. Steht es auf demselben Blatt? Wisset ihr nicht, dass euer Körper der Tempel des Heiligen Geistes ist? (Korinther, 6.19). Dranbleiben. Suchen.

Geir Kjetsaas umfangreiche Biografie mit D.’s Begräbnis geschlossen (Do.). Wie kann ein Buch soviel Leben, Leid, Krankheit, Liebe,Tod, russische Zeitgeschichte, Glauben, literarische Hinweise, Einführungen in seine Romane, Beziehungen unter Literaten, konkurrierenden oder befreundeten, die Stimme seiner (2.) Frau, der Zeitgenossen, Bewunderer und Gegner, der Kritiker und Dostojewski-Forscher enthalten? Ich muss nach-verdauen. Es ist ja damit nicht getan – wieder nur ein Anfang. Ein Höhepunkt ist die Enthüllung des Puschkin-Denkmals, bei dem ihm die Ehre zuteil wird, zu den Festrednern für diesen verehrtesten russischen Dichter zu gehören. Da er spricht, als wenn „um ihn Flammen loderten“, fallen nicht Wenige in Ohnmacht vor Ergriffenheit – das ganze Land wird davon sprechen, ihm zu Füßen fallen, um ihm alsbald wieder in Grund und Boden zu kritisieren. Welchen Roman schließe ich an? Ist es nicht, wie wenn ich als Anfängerin ein Rachmaninoff-Konzert vornehme? Statt Fingerübungen mit Beethoven-Sonaten anfange? Vorsicht! Es ist schwere Kost; es gibt Grund, auf der Hut zu sein. So unbefangen, wie anfangs ans „Totenhaus“ oder an die „Erniedrigten und Beleidigten“ gehe ich nicht mehr ran.

Schnee ohne Unterlass, Tiefschnee, jetzt Matsch, Regen. Olympia Eiskunst auf meinem unbequemen Sessel vor dem Livestream. -Freitag Abend in Alexandras Praxis. Imbiss und Besprechung, zu der wir in der letzten Peergruppe nicht gekommen sind. – Das WE liegt frei vor mir. Seit Aschermittwoch „versuchen“ wir Zuckerfasten. Erster Ausrutscher gestern Abend – für Alexandra Milchreis in Koskomilch gekocht – hmhmh. Dazu Mango und geröstete Mandeln. Gekocht hatten wir aus Versehen beide.

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4 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Eiskunstlauf hab ich auch etwas geschaut. Es ist der Wahnsinn, was die können. Den Wunsch nach mehr Spirituellem im Leben kann ich gut nachfühlen. Ich mag aber gleichzeitig nicht noch eine Gruppe haben. Ich hoffe, deine Blase erholt sich. 2 Liter Flüssigkeit am Tag finde ich nicht viel. Ich trinke wesentlich mehr an einem Tag auch ohne Blasenentzündung. Aber eigenartig, dass du nicht viel ausscheidest. Was sagt Dr Google dazu?

  2. Renate sagt:

    Warten auf Godot habe ich im Theater an der Leopold mit 14 oder 15 Jahren gesehen. Damals null verstanden. Seltsam ist es dein Trinken und nichts Hergeben. Lt. Google Harnverhalt durch Verengung der Harnröhre, durch wiederkehrende Entzündungen der Blase. Oder ist es schon wieder besser, seit letztem Sonntag?

  3. Beate sagt:

    Was das wohl sein mag, dass du so wenig ausscheidest, obwohl du viel trinkst? Wenn du magst, frage ich Katharina mal nach der Adresse ihrer angeblich sehr guten Urologin. Ich war auch gebannt vor dem Fernseher gesessen und habe Eiskunstlauf geschaut

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