2026-03-07- Simons Zeit – Zauberberg vollbracht – Beatrix, Bigitta, Winni + Rahamer – unverhofft frei und abgestürzt

Sonntag. Zufrieden kehre ich von einem Spaziergang mit Beatrix zurück. Obwohl sie extra aus FFB kam, liegt mit ihr die Würze in der Kürze. Wir haben viele Themen, und regelmäßig vertagen wir das ein oder andere aufs nächstemal. Es war trübe, kalt, und ich klopfe mir auf die Schulter. Vielleicht bleibe ich dran? Jeder Schritt ein Zuckerkorn, das ich nicht esse. Im Anschluss habe ich mir gleich ihre Barfußschuhe bestellt. – Allzuspät etwas Hörenswertes angehört, wovon Renate erzählt hatte (Schirach) – Montag kaum aus dem Bett gekommen. Chor umso schöner. Wir haben Zuwachs bekommen und platzen bald aus allen Nähten. Nachmittags mit drei-stündiger Lesung – nach knapp sechs Monaten – den Zauberberg beendet, was wir – Fasten hin oder her – mit Aperol begossen haben! Beim Abschied von Hans Castorp habe ich denn doch ein paar Tränen vergossen, genauer gesagt bei seinem Abschied von Settembrini. Manche Lesequal wurde durch kunstvollste Szenen aufgewogen. Der Roman bleibt kein Lebensthema schuldig.

Ein großer, stiller Mond begrüßt mich in den frühen Morgenstunden als Gruß von Simon. Jedes der mittlerweile handverlesenen Zeichen des Erinnerns ist Balsam für meine Seele.

Mittwoch Besuch mit Wasser statt Kuchen bei Birgitta; kleiner Spaziergang. – Mittags vorerst letztmals bei der Akustikerin. Ich greife wieder auf mein altes Hörgerät zurück. Es zeigt sich, dass ich weder mit dem neuesten Schrei besser höre noch überhaupt profitiere. Halte ich mir das gute Ohr zu, höre ich mit oder ohne jedwedes Gerät gleichermaßen schlecht. Es bleibt zu hoffen, dass das Ohr noch „lernt“, ansonsten kann ich mir den ganzen Zirkus sparen. – Donnerstag: Von Winni und Rahamer ins Bellini zum Essen eingeladen, Freude! Tiefschürfende Gespräche. – Freitag vormittags Kuchen für Bine gebacken, später Geburstagspäckchen zur Post gebracht. Viel Zeit ging mit Hin und Her wegen der Samstags-Gruppe drauf. Eine ist verreist. Wenn noch jemand ausfällt wird der Kreis klein. Niemand will fürs Ausfallen verantwortlich sein. Zwei angeschlagen, teils mit chronischen, teils mit akuten, teils mit akut chronischen Problemen. Die Entscheidung ob ja oder nein wurde nach Arztbesuch, MRT, HNO bis Abend aufgeschoben. Mein dadurch „freier Samstag“ wurde ein beschissener Tag wie lange nicht, und ich bin froh, dass er vorbei ist. Die gewonnene Zeit vertan, mich mit der Vorbereitung der Suppe verkünstelt; das Aufräumen und Putzen vor mir hergeschoben; mich in jeder Weise verzettelt; zwischendurch kam ein Anruf von Otti, sie erreicht Oma Renate seit Tagen nicht. Also hingefahren. Das Telefon war nur ausgesteckt. Zuerst wollten wir schon losdüsen und ein neues kaufen. Ein kleiner Spaziergang kam im Zuge dessen zustande, aber in dieser Stimmung hatte ich Blei an den Füßen. Stunden mit der Buchung eines Zuges nach Lódz zugebracht – auch drückt mich in dem Zusammenhang etwas, was diesen Rahmen sprengt. – Nichtmal Lesen klappt wie sonst. Mit Michael Neuland betreten, aber es passte nicht. Krasznahorkais „Satanstango“ zu negativ für ihn. Ich biete einiges auf. Mittlerweile sehe ich ihm schnell an, ob es was werden könnte. Manche Leseerfahrung des letzten Jahres wurde zu einer Seelennahrung, von der wir gemeinsam dauerhaft zehren wie aus einer Vorratskammer. Sowas muss ich finden. Oder er. – Ich für mich versuche es mit „Jewgeni Onegin“, nachdem ich mit Tolstaja fertig bin. Diese Dinge stehen auf einem anderen Blatt.

 

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Eine Antwort

  1. Ines sagt:

    Ich habe mir auch mal vor 2 Jahren Barfußschuhe gekauft, eher für den Sommer. Die sehen lustig aus und ich finde das Laufgefühl eigentlich gut, aber trage sie dennoch so gut wie nie. Ich hoffe, ich darf noch oft von deinen selbst gekochten Gerichten essen. Das ist jedes mal ein Genuss. Schade, dass du den freien Samstag nicht in guter Stimmung verbringen konntest, aber solche schweren Tage lassen sich nicht planen.

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