Lilli, Grünwald, der Schafskrimi und die neue Frisur
Lilli robbt durch die Wohnung, findet großen Gefallen am Kabeln und Schnüren und an Dingen die Krach machen. Gerne robbt sie an die Fenster und schaut lange raus. Wenn sie an die Schnüre der Innenrollos kommt, hört sie ein deutliches „Nein!“ das sie wenig beeindruckt. Es ist so sehr schön, sie mitzuerleben! Aber anstrengend ist es obendrein. Was daran eigentlich? Die dauernde Beobachtung? Die Wäsche? Ich weiß es nicht. Tatsache ist, dass ich dauernde bin, zu wenig ins Fitnessstudio gehe, einen neuen alten Alltag habe, den ich meinte, hinter mir gelassen zu haben.
Unternehmungen:
Am Donnerstag war ein sehr schönes Konzert in Grünwald. Eine Gruppe aus Wien, die Schubertlieder spielten, sehr gut war das Orginal erkennbar, aber der Sänger, ein Amerikaner, sang in seiner Muttersprache. Es waren ganz herrliche Varianten, besonders „ Die Forelle“, die er zum Teil jodelte und der Saal jodelte begeistert mit. Klavier war keines dabei, es waren Gitarre, Cello, Tuba und Trommel auf der Bühne. Bemerkenswert die Grünwalder Szene, in Habitus und Kleidung sehr abgehoben davon was man in anderen Konzertsälen so sieht. Auf dem Heimweg nahm ich eine Dame in meinem Alter ein Stück weit mit, mit der ich in der Pause ins Gespräch gekommen war. Sehr nett, sehr magersüchtig , stark geschminkt und hervorragend gekleidet. Als sie den Kindersitz in meinem Auto sah, meinte sie, sie habe weder Enkel noch Kinder und alle in ihrem Bekanntenkreis hätten auch keine. Ich habe mich an die Zeit erinnert, in der ich im Café im Geiselgasteig gearbeitet habe, vor 40Jahren. Da kamen oft Leute darauf zu sprechen, dass in Grünwald viele Frauen allein in einem der Häuser wohnen, der Mann ist bei der Freundin in der Innenstadt von München. Ich versteh die Männer, ich will in Grünwald nicht tot überm Zaun hängen. Auch ein Stadtbild.
Den Schafskrimi hab ich auch noch gesehen: sehr kurzweilig, die Schafe hatten alle einen Namen und das klügste hieß Lilli.
Und beim Haareschneiden war ich auch. Jetzt hab ich eine Art Pony, der meine Geheimratsecken verdeckt und eine Frisur, wo mein welliges Haar nicht glatt geföhnt wird. Mal schauen, wie ich damit klar kommen werde.
So einen lustigen Beitrag hatten wir selten! Lilli von keinem Nein beeindruckt, Grünwald, wo du nicht überm Zaun hängen willst, auch nicht bei magersüchtigen Damen, Pony über Geheimratsecken – und klar ist dier ständige Aufmerksamkeit anstrengend! Ich denk an den Film über Babysein in verschiedenen Kulturen. In der Mongolei sind sie sich selbst überlassen, an einer Leine… allenfalls knabbert mal eine Ziege an ihnen. In Afrika (wo genau?!) buddeln sie im Dreck und stecken ihn in den Mund, während die Mutter träge herumsitzt, gar nicht reagiert.- Das Konzert müsste mir auch sehr gefallen haben – ganz toll!!
Ja, herrlich der Beitrag. Deine neue Ponyfrisur möchte ich bald sehen. Du traust dich was. Wenn ich den Mateo-Tag hatte, bin ich abends total kaputt. Du hast das Szenario ja quasi dauernd. Ich weiß auch von so einer reichen Frau, die in Grünwald in einem riesigen Haus alleine wohnt. Krass. Und zu Heike: die Kinder in dem Babyfilm in Japan wurden bereits von Geburt an mit Vorschule gefördert. Die Mongolei Babies haben mir Leid getan, wirkten aber gar nicht so unglücklich.
Pony steht dir sicher gut. Ja jetzt kommen bewegtere Zeiten mit Lilli. Ich kannte auch eine Frau, die in Grünwald wohnte. Die Zäune, die Tore so hoch und gesichert, danke! Ich liebe Lieder von Schubert.