2026-09-07- Seelenarme, hässliche Zeit in und um HH – ein Sommer, der kein Sommer war und eine OP, die vielleicht gar nicht mehr nötig ist – nach langer Blogpause

Gegen alle Widerstände habe ich mich überwunden und wusste kaum mehr, wie ich in den Blog reinkomme. Seit 21.7. lag mein letzter Beitrag auf Halde. Ines, wie ich sehe, steht einsam und allein am 11.8. mit dem letzten Beitrag drin. Jetzt habe ich alles gelesen und bin auch wieder drin – auf einmal geht es ganz leicht. Wie könnte ich die letzten sechs, fast sieben Wochen zusammenfassen? Geht das überhaupt? Kann oder will ich überhaupt jetzt schon ins Leben zurück? Noch sind Verabredungen spärlich. Noch finde ich in kein Buch, lasse ich den Restsommer verstreichen ohne wirklich Fuß zu fassen.

Eine hässliche Zeit neigt sich dem Ende zu. Nicht gelaufen, nicht geradelt, nicht geschwommen. Dreimal in Hamburg gewesen, am Sterbebett gesessen, am Totenbett ein paar Stunden später; Institute, Erledigungen, Krankenhaus, Heim, fremde Wohnung, fremdes Leben. Von HH nichts gesehen oder sehen wollen – Hamburg ist für mich der Ort an dem Simon gelebt hat und gestorben ist – ich kenne Hamburg hauptsächlich von dieser Seite. – Abends manchmal über die Straße an die Alsterperle auf ein Bier. Eine seelenarme Zeit voll von Staub, Messiechaos, Geiz und Pfennigfuchserei bei sinnlosen Schätzen, alles vor mutmaßlichen Eindringlingen so versteckt (Schlüssel für den Safe in einem anderen Safe, der wiederum durch vollgestopfte Kammer voller Rollstühle, Pflegehilfsmittel, vermotteter Kleidung erreichbar war und der wiederum vorwiegend Unwesentliches enthält. Immerhin ein Testament gefunden, ein anderes in einem Banksafe – alles mit Riesenaufwand wegen der Vollmacht, für die Ilse hingekarrt werden musste – eine Tortur. Kaufhäuser für Ilse – einkleiden, alles ist zu klein, alles soll billig sein. Nach einer Beerdigung, an Ärmlichkeit und Inhaltsarmut kaum zu überbieten, die nur dadurch gerettet werden konnte, dass ich Michael dafür erwärmen konnte, einen fabelhaften Brief vorzulesen, den Cousine Helga ihm geschrieben hatte, dank des Gedichtes, das dann eine Nachbarin spontan vortrug und dann meinem Gebet, in dem Gott nicht vorkommt (nichts Religiöses! Aber auch sonst keine Idee, keine Blumen – wozu Geld rausschmeißen?! Gottlob haben sich andere nicht daran gehalten), dank einer kleinen Gemeinschaft aus Nachbarn, Ilse, uns und Cousine mit Tochter, dank eines Sonnenstrahls, der gerade in dem Moment das total verwahrloste Grab vergoldete, auf dem ein Biotop entstanden zu sein schien, wurde es ganz erträglich. Diese Gesellschaft haben wir hinterher zur Alsterperle gebeten, wo wir wie ein Haufen harmloser Stadtstreicher irgendwas zu uns genomnmen haben. Da Ilse noch mitkommen wollte war das die einzige Option; barrierefrei und außerdem konnte das Rollstuhltaxi dann entlassen werden, das wir ja nicht nochmal ewig warten lassen konnten (pro Einsatz 235€, egal ob 20  km oder nur 2) – zudem zwanglos und ihrem Geiz entsprechend. Das passt auch für uns, die wir ja gegen alles Formvollendete, gegen jede perfekte Feier und Form skeptisch bis feinselig sind und einfach so frei waren, uns all diese verlogenen Formen zu ersparen. – Das Nachspiel verfolgt uns weiter, da wir es jetzt mit der psychisch kranken, irren, bösartigen (Juristen-) Tochter von Ilse zu tun bekommen, die mit Ilses (u.E.offenkundig gefälschter Unterschrift) in deren Namen die sofortige Niederlegung aller Vollmachten und Schlüssel per Einschreiben anforderte, was die dritte Hals-über-Kopf-Reise (2.-3.9.) mit nächtlichem Zugfahren bei 20-fachem Stehenbleiben auf offener Strecke) bedeutete. Alles bei Ilse abgeliefert, die möglicherweise gar nicht wusste, warum. Für Michael heißt das, dass er halb-Erledigtes liegen lassen, weiter zur Information der Beteiligten antworten muss, warum das letzte Papier (Geburtsurkunde ebendieser Tochter für Witwenantrag) oder der Schrebergartensschlüssel nicht termingerecht kommt. All das Umschöne kriegt man nicht aus dem Pelz geschüttelt. Weiterhin ziemlich ausgeleert.

Jetzt werden die Tage kühler, die Luft strömt frisch herein. Eine Reihe an Gruppen läuft wieder an – sie sind derzeit dasjenige, was mich zu anderen Gedanken zwingt. – Ich habe jetzt eine Überweisung zu einer FußOP, Termin zur Vorstellung bei der LMU ist bereits vereinbart. Und auf einmal laufe ich besser. Vielleicht bleibt es mir erspart?

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