Lehrerseminar in Berlin
Öfter höre ich, Berlin sei eine Stadt mit unfreundlichen Menschen. Ein Therapeut in Scheidegg meinte: “ Wenn ich nach Berlin fahre, will ich mir eine auf die Fresse abholen..!“ Meine Erfahrungen sind diametral andere. Das fing diesmal schon am Alex an, wo ich in die U-Bahn umsteigen musste: Keine Rolltreppen, kein Aufzug, endlose Treppen auf und ab, um von der S-Bahn zur U-Bahn zu gelangen. Bei jeder Treppe sprang mir ein netter Mann zur Seite und beförderte meinen schweren Koffer mit Kleidern und Tagungsmaterial. Das Bundesratsseminar lief diesmal sehr erfolgreich ab. Vielleicht lag es an den sehr interessierten jungen Lehrerinnen und Lehrern, die begeistert diskutieren. Die Referenten waren am 3.10. alle in Erfurt gewesen und zwei waren krank zurückgekehrt, darunter auch Frau Lorenz, die mit mir die Leitung innehatte. So war ich allein für den Ablauf und die Moderation verantwortlich. Wir hatten ein straffes Programm, das zum Teil umgestellt werden musste. Am Abend saßen wir dann jeweils in einem Lokal und diskutierten weiter.Letzter Programmpunkt war, auf der Besuchertribühne die Sitzung zu beobachten. Die Anstrengung habe ich erst gemerkt, als ich nach der Verabschiedung wieder im Hotel war. Ich bin in einen tiefen Schlaf gefallen und nur die Verabredung mit Theresa, der Tochter meiner Cousine Ines, holte mich wieder aus dem Bett. Dann hatte ich noch einen freien Tag, den Samstag, an dem ich mich treiben ließ, ich sah mir das Humboldt Forum an, aß dort leckere Kalbsleber, besuchte eine interaktive Berlin-Ausstellung, die mir gar nicht gefiel und ließ auf der Dachterrasse diese gute, obwohl anstrengende Zeit ausklingen. Mein letztes Lehrerseminar in Berlin. Was mach ich nur, wenn ich nicht mehr arbeiten kann…
Erstmal Gratulation zur so gelungenen Veranstaltung! Berlin habe ich früher sehr viel abweisender erlebt als heute (heute ist auch schon etwas her), habe in meiner ASH-Zeit unglaublich kaputte Aspekte sehen müssen, aber insgesamt auch sehr aufgeschlossene Menschen; deine Ausstrahlung scheint einladend gewesen zu sein, sodass dir die Welt mit offenen Armen begegnet ist.