Schreiben, Maria Peschek und erster Besuch auf dem Balkon

Unser gemeinsames Schreiben am Donnerstag klingt nach. Wie schön es doch immer ist! Heike, ich danke Dir so sehr für diese nie versiegende Quelle an Inspirationen, die Themen, zu denen uns alles Mögliche aus der Feder fließt! Und wie gut wir uns darüber kennen gelernt haben und Anteil an unserem Alltag, an unseren Gedanken, Vorstellungen, Befürchtungen und Freuden haben!

Früher hatte ich einen oft wiederkehrenden Traum: Ich schließe die Wohnungstür zu meinem Zuhause auf. Drinnen das vertraute Zimmer, doch nach dem Öffnen einer weiteren Türe merke ich: Da ist ja noch ein Zimmer! und noch eines! Und ich freue mich: welch ein Reichtum für Entfaltung!  So ging es mir ein wenig, als die Arbeiten auf meinem Balkon fertig waren. Er ist wie ein weiteres Zimmer, im Moment noch wunderschön mit den frisch geölten Möbeln, den neuen Pflanzen und den Rosen, die den Winter überdauert haben und nun in voller Pracht stehen . Seit gestern Abend, seit das Öl ins Holz der Möbel eingezogen ist, kann ich wieder draußen sitzen , gestern am Abend mit einer meiner Nachbarsfamilien. Alina hatte jahrelang auf Maxi aufgepasst, die Verbindung besteht eher zu ihr, aber als ich Klaus Peter mit einer Beinschiene  bei den Briefkästen sah, habe ich ihn spontan eingeladen. Ein Abend voller Stories über Großhadern (er ist dort Radiologe), über den (Nicht-) Umgang von Ärzten und Patienten – nicht gerade mein Lieblingsthema, aber es war nett, mal wieder mit ihnen zusammen bei Wein und Käse zu „plaudern“ und über die gut geratenen Söhne und die „tolle“ Alina (sie halten große Stücke auf sie) zu reden. Dass Maria Peschek gestorben ist, beschäftigt mich, gestern  hatte ich ein längeres Gespräch mit meiner Cousine Barbara (sie ist wie ich in der „Saubande“, dem Freundeskreis des Karl-Valentin- Musäums) . Wir haben die vielen Auftritte von Maria Peschek im Museum, auf den Sommerfesten und bei der herbstlichen Matinee immer sehr genossen und herzhaft gelacht. Barbara ist im gleichen Jahr wie sie geboren.

Heute bin ich mit Katharina verabredet. Unser Lesekreis hat sich aufgelöst. Christoph kann aus den bekannten Gründen nicht mehr lesen, Heidi hatte sich mit uns nicht wohl gefühlt. Aber das Buch hängt noch in der Luft, ein schlechtes Buch, ich hatte diverse negative Kritiken darüber gelesen, die mir sehr einleuchteten, die sich alle bestätigten. Es ist eine Art Biografie von Arno Geiger, wie er zum Schreiben kam, radelnd durch Wien sucht er jahrelang auf Müllplätzen und in Papierkörben nach Büchern und Briefen, die er in seinen Büchern verwurstet, verflochten mit seiner Lebensgeschichte, ein belangloses Geplappere über Schreiben, Schreibblockaden und eine seltsame Beziehung .Mein neuer Vorsatz: fortan kein Lesekreis mehr! ich will nur die Bücher lesen, die mich wirklich interessieren. Alles andere ist reine Zeitverschwendung.

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2 Antworten

  1. Heike sagt:

    Das Letzte zuerst: Wie kommt man aus der Nr wieder raus? Geht das durch Christophs Demenz schmerzfrei? Geplappere – schade – aber du hast das Buch gleich nicht lesen wollen. Man muss aufpassen, dass die Kritik am Buch nicht als Kritik an der empfehlenden Person wird. – Ich kannte Maria Peschek nicht, hab gelesen von ihrem Tod! – Deine Beschreibung des Balkonwunders macht mir direkt Lust – ich glaube, ich warte lieber auf Michael, der kümmert sich dann wohl darum – keine Lust auf Gartenarbeit. Nachbarn einladen – darüber haben wir gesprochen – ich bin da vorsichtig – aber es berührt eine Sehnsucht. – Und danke für die Blumen!!

  2. Renate sagt:

    Ich empfinde meinen Balkon im Sommer auch wie ein zusätzliches Zimmer. Nachbarn habe ich noch nie eingeladen, finde es gut, aber nicht meines. Maria Pescheks Neffe ging zu meinem Sohn in die Schule. Seine Mutter, Maria P. Schwester, hat früher Texte für sie geschrieben. Recht hast du mit deinem Vorhaben, nur noch Bücher zu lesen die dich interessieren.

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