20-06-11-CoTaBu-Traum fürs Schreibcafé – Waldfriedhofsspaziergang

Traum, 9:00. Ein Theater, Gemäuer/Kellergewölbe wie nach `68, als Luxussanierung und Investment noch keine Begriffe waren, alles hippiemäßig hergerichtet. Keine Sitzgelegenheit gleicht der anderen, der Platz den ich einnehme, stellt sich als Teil der Bühne raus, eine Telefonzelle aus einer Mauernische, ein Klo ohne Sichtschutz. Danach muss ich eine steile Mauer hochklettern, ich stoße an die Realitäten meiner Kondition, v.a.die meiner Lunge. – Den Traum träume ich, nachdem mir vorgestern eine Teilnehmerin meines Schreibcafés nach langer Zeit geschrieben hat. Da wandelte mich der Impuls an nachzugoogeln, was ich schon mehrmals verschoben hatte. Die Teestube am Pündtnerplatz ist Geschichte. So schlecht der Kuchen, so muffig der Inhaber: Sie war eines der letzten Originalrelikte aus dieser Zeit. Das schmerzt. Corona hat den letzten Todesstoß gegeben. Die einzige Einrichtung von Atmosphäre, die eine schreibende Frauengruppe bei kaum Verzehr geduldet hat.

18:00. Beim Ausgang Waldfriedhof kleiner Schauer, gleichzeitig brach gleißende Sonne durch die Wolken. Herrlicher Regenbogen auf dem Heimweg. Zweieinhalb Stunden Erkundungsgang mit meinem lieben, treuen Michael mit Abschreiten der einzelnen Gräber, eines anonymen Gräberfeldes auf Friedwiese bis zu Baumgrab; alles liegt zwischen rechts und links außen, also ein weiter Weg zwischen altem und neuem Teil. Herrliche uralte Baumbestände, eine Stätte für Sternenkinder aus Maistraße und Großhadern, ein buntes Gräberfeld mit vielen Windrädern für Kinder; daneben Gestaltung, die an IGA erinnert. Mir im Voraus ein genaues Bild von den Wegen im Plan einzuzeichnen war sinnvoll und nötig. So kann ich – selbst gründlich vorbereitet – die Teilnehmerinnen ebensogut vorbereiten. Nachdem die Form Gestalt annimmt füllt sie sich innerlich bereits mit Inhalt. Ein wahrhaft herrlicher Park, sogar mit Teich. Schade, dass meine Füße nach so einem Weg schier zerbrechen.

Wie ein Märchenwald – zum Trost und zum Gedächtnis. – Unseren Toten.

 

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2 Kommentare

  1. Renate sagt:

    Teestube! Mitte der 70er waren wir da oft.

    Der Waldfriedhof ist wirklich herrlich.

  2. Beate sagt:

    ich war in den letzten Jahren auch oft dort. Der Kuchen und alles andere schmeckte leider nicht, aber die Auswahl der Tees war großartig!.. und man konnte stundenlang sitzen.
    Im Waldfriedhof sind die Verwandten von Barbara, der Frau meines Cousins , begraben. Ein großer Park, ja. Ein Irrgarten.

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