Von Bildern und ihren Geschichten
Über die Matinee der Saubande hat gerade Heike schon geschrieben. Es ist in jedem Jahre eine besondere Veranstaltung. Gerade weil ich den Kampf von Sabine um eine sinnvolle Lösung, das Museum behindertengerecht umzugestalten über diesen langen Zeitraum der Auseinandersetzungen mit dem Denkmalschutz hautnah mitbekommen habe, hat mich das Gespräch auf dem roten Sofa mit Ilse Neubauer sehr beeindruckt.Jetzt ist das Museum geschlossen, das Konzept für die bauliche Umgestaltung ist leider mies.Am Buß-und Bettag war ich stundenlang in der Ausstellung im Kunstbau „Aber hier leben? Nein Danke“ Eine hervorragend tolle Ausstellung! Sehr gelungen ist die komplexe Darstellung von Zeitgeschichte und haptischen Exponaten, tolle Texte, ich kam mit zwei Männern ins Gespräch, dem einen hielt ich einen „Vortrag“ über die Konferenz von Evian (er hatte mich danach gefragt), mit dem anderen tauschte ich mich über Anna Seghers aus. Endich mal eine Ausstellung, in der Bilder des Surrealismus im Zusammenhang mit Kulturgeschichte gezeigt werden! Zweimal im Kino war ich auch noch, jedesmal ging es um das Sterben – Edgar Selge, begleitet von einer jungen Frau, die zufällig auf ihn trifft, eine skurrile Begegnung, die am Ende ihn nicht einsam sterben lässt und sie von ihrer tiefen Depression heilt. Ganz anders der Film von Almodovar „The room next door“, in dem es um die Problematik der Sterbehilfe geht, aber das wäre kein Film von Almodovar, wenn die Schönheit zu kurz käme. Tilda Swinton stirbt als Schöne, in von ihr ausgesuchter herrlicher Umgebung, ganz nach ihrem Plan, selbstbestimmt, mit der Pille, die die letzte Phase ihres Siechtums abschneidet.
Und dann hatte ich noch einen Tag, der mich dankbar und froh machte. Ich war bei meiner Ärztin, die mir versicherte, dass alle Werte der Untersuchung richtig gut sind, wir sprachen über die Zeit, als ich in den 50ern war.Damals landete ich ein paar Mal im Krankenhaus wegen meinem Herzen. Es gäbe es wirklich, das „broken heart“ meinte Frau Völkl, und das Gute sei, dass da Heilung möglich ist.Danach eilte ich ins Fitnessstudio und hatte das erste Mal ein Erfolgserlebnis: ein gutes, leichtes Körpergefühl auf dem Heimweg
Natürlich gibt es das „broken heart“! Nicht nur im Märchen – auch Maria Callas soll daran gestorben sein. Die Augsburger Oma in ihrem tiefsinnigen Wesen sprach vom „Herzeleid“, an dem jemand gestorben sei. Eine magische Aussage für mich als Kind! – Deíne Schilderung verdeutlicht, welch unterschiedliche Ausschnitte der Wirklichkeit wir wahrnehmen, je nach Kontext und Vorgeschichte! Ein und dieselbe Ausstellung z.B., und völlig andere Erlebnisse. Aber diese Zusammenhänge habe auch ich geschätzt, mich aber dann vorwiegend auf die Literatur konzentriert – Anna Seghers mit siebzehn gelesen – die wäre dringend nochmal fällig! Von der Konferenz weiß ich natürlich nichts (mehr?) und die Filme habe ich noch nicht „geschafft“…
Die Ausstellung im Kunstbau macht mich auch neugierig. Ich muss solche Besuche regelrecht in den Kalender schreiben, damit ich in meinem Alltag dazu komme. Die Kinofilme werde ich mir nicht anschauen, das ist mir im Moment zu schwierig. Toll, dass du so gute Gesundheitswerte hast und dich befreit bewegen kannst. Die Zeit, in der du am gebrochenen Herz gelitten hast, war wahrscheinlich noch vor der Schreibgruppe. Jedenfalls habe ich das nicht mitbekommen.
Heike hat mir von der Ausstellung erzählt. Ich will unbedingt hingehen. Beide Filme in der Vorschau gesehen. Im Moment ist das eher kein Thema dass mich lockt. Gut dass dein Herz sich wieder erholt hat und du beschwingt aus dem Fitnessstudio gehen konntest.