Traditionen, Rehrücken, Food & Life, BH für Maja und vorzeitige Rente

Heute, Sonntag, fühle ich mich ein bisschen lädiert, da wir gestern unser traditionelles Adventsessen bei Sascha und Patricia hatten. In den letzten Jahren gab es immer eine Gans, gestern gabs Rehrücken. Die beiden machen jedes Jahr die Hauptspeise, das andere Pärchen (Katja und Julien) und Hubert und ich wechseln jedes Jahr ab, wer die Vorspeise und wer die Nachspeise macht. Dazu gibt es natürlich jeweils passende Weine. Obwohl ich mich nicht überessen  und auch nicht extrem viel getrunken habe, bin ich heute etwas matschig, vielleicht auch durch das späte Ins-Bett-gehen, was ich nicht gewohnt bin. Der Abend war zwar schön, aber es waren unausgesprochene Stimmungen bzw. Verstimmungen in der Luft, und von den Gesprächen kamen wir nicht so gut beieinander an, wie es früher manchmal gelungen ist. Die anderen 4 sind alle jünger und finden es selbstverständlich, den größten Teil ihrer Arbeitszeit im Homeoffice zu verbringen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das funktionieren soll und bin auch überhaupt nicht erpicht darauf, meine Arbeit in mein Zuhause zu verlegen, selbst wenn ich nicht mit Patienten arbeiten würde. Mir ist die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit wichtig. Wenn ich jetzt zum Anfang der Woche springe, fällt mir wieder nur das ein, was sich jede Woche wiederholt. Montag Linedance, Dienstag Fitnessstudio. Mittwoch Yoga. Am Mittwoch Nachmittag traf ich mich mit Hubert auf der Food & Life, eine Messehalle auf der Heim- und Handwerkmesse, wo kulinarische Köstlichkeiten zum Verkosten und Verkauf angeboten werden. Dort hin zu gehen hat eine 10 Jahre lange Tradition bei Hubert und mir. Wir besuchen dort immer einen Winzer aus der Steiermark, machen bei ihm eine Weinprobe und bestellen Wein. Dann gibt es dort viele italienische, französische und österreichische Verkaufsstände mit Süßigkeiten und Salami, Käse, Oliven etc. Wir kommen jedes mal mit einem Sack voll leckerer Sachen heim. Donnerstag waren wir zu einem wiederum traditionellen Restaurant-Essen bei unserem Stamm-Italiener, den Hubert schon von der Zeit kennt, als die Söhne noch im Fußballverein waren. Vieles, was wir machen, hat inzwischen eine Tradition, die sich jedes Jahr wiederholt. Ich mag das bis jetzt noch ganz gerne, könnte mir aber vorstellen, dass man sich von manchen Traditionen auch mal verabschieden muss. Freitag traf ich mich mit Maja in der Stadt, um für sie Schwangerschafts-Kleidung zu kaufen. Wir waren hauptsächlich in der Wäscheabteilung bei Galeria und ich brachte ihr einen BH nach dem anderen, bis schließlich einer ihren Gefallen und Passung fand. Ihre Körbchengröße ist um 2 Größen gewachsen seit der Schwangerschaft. Zudem konnten wir noch Unterhosen, Strumpfhosen und ein paar Kleinigkeiten erwerben. Da die Stadt wegen Black Friday und Weihnachtsmarkt zum Bersten voll war, haben wir darauf verzichtet noch bummeln zu gehen.  Gestern tagsüber versuchten Hubert und ich bei XXXLutz eine neues Möbel für Schliersee zu erstehen und für München eine neue Couch, sind aber unverrichteter Dinge wieder heimgefahren. Irgend etwas hat immer nicht gepasst. Wir bleiben dran. Innerlich habe ich mich diese Woche öfter damit beschäftigt, wie lange ich noch im Kinderzentrum arbeiten will, da mir die Arbeit oft keine Freude mehr macht und die Gemeinschaft mit den Kollegen kaum noch stattfindet. Dann denke ich, dass ich deutlich früher in Rente gehen werde als vorgesehen (offiziell noch 9 Jahr bis 67).  Ich stelle mir vor, dass ich mit 63 aufhöre, das wären noch 4 1/2 Jahre.  Oder ich reduziere erst mal auf 2 oder 3 Tage pro Woche. An anderen Tagen bin ich dann wieder erfüllt und empfinde es als sinnvoll und wichtig, was ich tue. Mal sehen, wie sich das weiter entwickelt. 

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

Eine Antwort

  1. Heike sagt:

    Diese Ambivalenz kann ich gut nachvollzuehen – dann warst du doch wieder so erfüllt! Genauso ging es mit auch oft und lang. – Deine Routinen mag ich. Z.B. habe ich bei einem Beitrag im TV diese Messe gesehen und gedacht -ah, da waren Ines und Hubert schon in ihrem ersten Jahr, bestimmt seid ihr wieder dort. Euer gestriges Essen endete vor einem Jahr, wenn ich mich recht erinnere, damit, dass eigentlich erst auf dem Fußweg zur U-Bahn das Gespräch richtig in Gang kam. Mir scheint, mit dir geht etwas vor sich, was ich auf meine Weise auch beschrieben habe. Nur zahlst du den Preis dafür noch halbwegs gerne zugunsten eurer Partnerschaft. Wenn ich manchmal Michael die Ohren voll nöle, weil ich Widerstand habe sagt er, siehst du, dann verstehst du, warum ich nicht mehr gern da oder dortghin gehe. Oder er sagt: das hast du jetzt aber schon öfters abgesagt. Jedenfalls bin ich in dieser Hinsicht froh, dass bei uns jeder unabhängig vom anderen etwas wollen oder absagen kann, weil wir ohnehin das meiste gestrennt machen. – Süß, die Maja!! Und Mutter – Tochter!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert