2025-01-18- Melsene, Aetas, Susanne – Steuer, Herr Diemer, Tuschesteine – Vorlesen und Stille
Montag. Chor. – Ausgiebiger Anruf von Melsene (1 x alle heiligen Zeiten), die mit Armbruch im Krankenhaus liegt. Frisch operiert, jedoch munter.- Abends Aetas. Absagen häuften sich, was eine Teilnehmerin monierte. Plötzlich bewegen sich alle; auch wer wegen spätem Dienstschluss und Krankheit der Enkelin partout nicht konnte, wollte plötzlich zur Klärung unserer Erwartungen und Bedürfnisse dazustoßen, teils sehr verspätet. Die letzte Viertelstunde war dafür eingeplant. Jetzt sind alle wieder auf Linie. Jede hat verstanden, wie wichtig sie den anderen ist. Eine hat sich endlich verabschiedet. 2024 dazugekommen, durch Herzinfarkt ihrem gewohnten Leben entrissen, wollte sie immer, konnte nie. Auf Dauer untragbar.
Dienstag. Geisttötende Vorbereitungen für den Steuerberater. Allerdings fördern Finanzen Erinnerungen zutage. – Susanne im Tribeca – spirituelle Inhalte, jahreszeitlich begünstigt. Heute war konzentriertes Gespräch möglich. – Stadtbibliothek. Meine Karte streikt. Die Ansprechpartnerin zickte: „Das Geburtsdatum müssen Sie genau einmal eingeben und dann nie wieder. Das wurde Ihnen garantiert gesagt….“. Ich sagte „ja. Vielleicht sagen Sie es mir nochmal, möglichst etwas freundlicher, statt mit Haaren auf den Zähnen.“ Der Mann, zu dem ich zornig verwiesen wurde, sagte das Gegenteil und versuchte, das Problem zu lösen – erfolglos. Zuletzt hat der Computer sich aufgehängt. – Heimradeln bei Eiseskälte und sagenhaftem Mond.
Mittwoch. Schlecht geschlafen, seit 5:00 auf. WM-Protokoll, über den Tag verteilt. Michael versorgt mich – ich habe aufgehört, über Einkauf oder Kochen nachzudenken. Während das Mittagessen schmort darf ich vorlesen. Diese Bücher werden uns lang begleiten. Stundenlang vorlesen geht nicht mehr (Augen, Stimme, Konzentration) und Michael würde es in die Flucht schlagen. Dass er das vor Urzeiten gelesen und die Filme gesehen hat hilft auch mir bei den vielen Gestalten. – Das gestrige Treffen und die Jahreswende-Schreib-Themen haben meine spirituellen Rezeptoren geweitet. Geistliche Tagebücher hervorgeholt. Soll ich Kafka links liegen lassen? – Neunter zuckerfreier Tag! Der bisher schwerste von allen – nur nicht umfallen!
Donnerstag. Was früher nebenbei ging ist heute Hauptteil. Nachforschen, womit diesen Ablagerungen im WC beizukommen ist; Wundermittel bestellen, ausprobieren. Renates Grapefruit-Reiniger für die Küche – prima! Bett beziehen, waschen, essen, spülen, putzen und der Tag ist rum. Nachmittags Lesestunde – zum Weinen schön. Rührende Hobbits! Wunderbare Elben mit schönen Stimmen und leuchtenden Gesichtern! Sonne, Mond, Sterne, Nebel, Wald, Licht. Diese Dialoge. Noch liegt die Gefahr „nur“ in der Luft. Ich mag keine Spannung, brauche wenig Handlung – es sind diese Wesen, von denen ich nicht genug bekomme. Dabei wollte ich das nie lesen!
Freitag. Letztes Feintuning für den Steuerberater. Gut eingespielt (nach 29 Jahren) – erledigt. Hinterher – wie meist bei diesen Themen – dicke Luft statt Vorlesestimmung. – Herr Diemer. Luxus. – Ansonsten „freie“ Wintertage. Ruhe um mich und in mir. Die „Räder stehen still“, auch nach den Rauhnächten. Einmal hat Renate angerufen, das Telefon scheint zu funktionieren.“Dienstliche Fragen“ bzgl. Unterlagen, die unauffindbar sind oder entsorgt wurden, bringen mich – nach wie vor – aus dem fragilen Gleichgewicht. Beide haben wir bei Kulturzeit den Beitrag über das Gefängnistheater gesehen, dem die Mittel zu 70% gestrichen wurden. – Seit Tagen kaum Whatsapps. – Müsli schmeckt jetzt auch ohne Ahornsirup. – Meine afrikanische Nachbarin hat uns Mangos aus Mosambik mitgebracht!
Samstag. Bei Martina T. chinesische Tuschesteine über nebenan.de abgeholt. Wie sich beim weitverzweigten „Küchentischgespräch“ zeigt handelt es sich um eine kostbare Antiquität aus dem Nachlass ihrer Mutter. Martina war DIE Kindergärtnerin (mit dem Priener Haus, wo wir öfters Ferien machen durften: mit Peter, später mit Heide, dann mit Michael). Das Haus steht nicht mehr; Erinnerungen aber sind lebendig. – Friseurtermin ausgemacht. Unterwegs Jonas mit Felix begegnet. Renates „Erni“ schneidet auch Petra die Haare – und demnächst mir!
Die Stille passt zum Januar. Der Mond war letzte Woche wunderschön, auch gestern. Den Herr der Ringe habe ich weder gelesen noch gesehen. Nett, wie du die Hobbits und die Atmosphäre beschreibst, vielleicht sollte ich doch mal…Spiritualität wird in deinem Leben wichtiger, so erlebe ich es. Dagegen die Beschäftigung mit Geld und Steuern ein Graus. Aus früheren Zeiten habe ich mir gemerkt, dass Salzsäure gegen Ablagerungen hilft. Halte durch beim Zuckerfasten, das wird mit der Zeit leichter. Machst du nur den Januar oder länger?
Salzsäure ist in diesem krassen Mittel mit drin – das ist natürlich eine Schande!! – Wielange? Ich denke mal an sechs Wochen fürs Erste, aber wer weiß…
Stille im Januar wäre was Schönes, dann fällt es etwas leichter, auf Zucker zu verzichten, dann tauchst du ein in die Welt der Hobbits und erfreust dich über deren Dialoge, dann ist vielleicht sogar die Beschäftigung mit Geld nicht ganz so ätzend wie sie sonst ist?
Stille Tage zu Jahresbeginn tun gut. Das Zuckerfasten sicher auch, wenn der Anfang mal gemacht ist. Das Thema Steuerberater sorgt für ungute Stimmung. Über Ablagerungen haben wir am Telefon gesprochen. Lösung steht noch aus.