Abschied Susann, Mateo, Albert Link, eigenartiges Treffen mit Schlierseer Nachbarn und Schwindel
Am Montag hat sich meine Kollegin Susann an ihrem letzten Arbeitstag noch mal offiziell in der Mittagspause verabschiedet. Ich half ihr, unsere beiden Räume für die Gäste zu gestalten und das von ihr mitgebrachte Essen zu dekorieren, Gläser aus der Küche zu holen etc. Es kamen einige Kollegen, um sich zu verabschieden, der Chor hat ein gedichtetes Lied für sie gesungen und wir stießen an mit alkoholfreiem Sekt und aßen ihre mitgebrachten Snacks. Sie hielt eine Rede und dann war es auch schon wieder vorbei. Als wir uns am Feierabend umarmten, um uns zu verabschieden, mussten wir beide mit den Tränen kämpfen. Ich mag sie richtig gerne, obwohl wir nie Freundinnen wurden und wohl auch in Zukunft nicht werden. Dienstag erstmals wieder Fitness seit meiner Erkältung nach über einer Woche. Mittwoch war ich nach Yoga und Hausarbeit wieder bei Mateo. Nach dem Kochen und gemeinsamen Mittagessen sind Maja, Bernd und ich mit dem Kleinen im Kinderwagen spazieren gegangen. Eigentlich wollten wir uns ein Eis kaufen, aber die Schlange war an diesem schönen Frühlingstag so lang, dass wir doch verzichteten. Die Isar ist nicht weit und das wird wohl so eine Art Standardstrecke. Mateo fühlt sich im Kinderwagen scheinbar wohl und schlief dort die ganze Zeit trotz Großstadtlärm mit Blaulicht und lauten Straßen. Sehr viel hatte ich ihn dieses mal nicht auf dem Arm. Während ich da war, kam die Hebamme zur Nachsorge. Mateo hatte über 400 Gramm zugenommen seit dem letzten Wiegen. Am Donnerstag war nach Feierabend wieder ein Mitarbeiterfest vom Kinderzentrum in unseren alten Räumen, die bald abgerissen werden. Das ist jedesmal schön und vertraut, vor allem mit den Kollegen, die schon lange im Haus arbeiten. Am Freitag ging es endlich mal wieder zum Schliersee. Samstag nach dem gemütlichen Frühstück zum Spitzingsee und von dort eine Wanderung gestartet, die uns am Ende zur Albert Link Hütte führte, wo wir draußen im T-Shirt in der Sonne saßen, feines Essen hatten und sogar noch einen Apfelstrudel mit Vanillesoße zum Abschluss. Nachmittags ausführlich Zeitung, Schläfchen und am Abend kamen Nachbarn auf einen Wein und später Brotzeit vorbei. Die beiden sind in unserem Alter und leben seit 10 Jahren in Schliersee. Er arbeitet als Chefarzt in Agatharied und sie ist zu Hause. Die beiden haben non-stop von ihren Reisen und Urlauben im Detail erzählt, Hubert und ich kamen uns vor wie Statisten und konnten das Gespräch kaum in eine andere Richtung lenken. Sehr eigenartig und auch frustrierend, zumal wir bei den bisherigen zwei Treffen auch anders kommunizieren konnten. Heute zurück nach München. Wir kochen ein Curry vor, das wir Maja und Bernd nachher mitbringen und selber heute Abend nach dem Tanzkurs verspeisen können. Heute bin ich sehr müde, hab letzte Nacht schlecht geschlafen. Seit der Erkältung habe ich tagsüber immer wieder Schwindel, was mich etwas nervt und hoffentlich bald vorbei ist.
Traurig, dein Abschied. Es kommt mir bekannt vor: jemanden außerordentlich mögen, schätzen und doch wird nie was Privates daraus. Nicht immer ist die Schwelle bewusst, die es bei einem Menschen möglich macht, beim anderen die Chance verstreicht. Trotzdem schön, diese gemeinsamen Wege! – Für Eis Schlange stehen, das geht jetzt wieder los. Es ist eine der Schlangen, in die ich mich nie einreihe. Ich wundere mich oft, wieviele Leute Eis essen! – Und schon scheinen sich kleine Routinen zu etablieren – die Bindung zum Enkelchen muss und will gepflegt werden. War das früher auch schon so, dass unsere Kinder dauernd gewogen werden mussten? Ich glaube, das war bei uns nur bei den Us so. – Euer Date mit den Nachbarn wäre was für mich gewesen… Hoffentlich nicht „mein“ geliebter (?) oder besser hochgeschätzter Professor Lorenzl, sondern ein anderer Chefarzt. Schade – eine so wichtige Position und so wenig Geist und Interesse am Gegenüber. Es scheint mir, wie wenn im Nebenraum das Radio oder der Fernseher läuft und die eigene Anwesenheit ist nicht von Belang. Das Programm spult sich auch ohne lebendiges Gegenüber ab. – Ungefähr so wie bei mir jetzt gerade: Ich bin im Moment in einem sehr langweiligen Onlineseminar von Prof. Aoki, habe Ton und Bild abgestellt und beschäftige mich nebenher. Entschuldige: ich bin also irgendwie nicht ganz bei der Sache – deshalb so lang! Nebenbei prasselt es auf Japanisch und Deutsch auf mich ein….