2026-03-25-Spaziergang, Aetas, Chöre; Backen und Kofferpacken statt Räumen; Holzkirchen + neues Thema

Nichts geht unkomplizierter als bei Renate wegen eines Spaziergangs anzufragen. Ich frage. Sie sagt ja. Es passt immer. Niemand stellt sich so auf mein Maß und Tempo ein. Drei Stunden spaziersitzen: 6200 Schritte. – Restsonntag verschlafen, verlesen. – Montag. Mein Chor ist nicht mehr, was er war. Wir sitzen jetzt in zwei Reihen. Neben mir links weiter die nette Schwedin, dann Regina mit der schönen Stimme, dann die Freundliche, die falsch singt, dann Agnes mit Engelsstimme. Rechts nicht mehr der gute, alte Karl-Heinz, der wackere Sänger, sondern zwei Neue. Eine mosert über die vorherige Chorleiterin, eine über unsere Lieder. Sie will was Deutsches, wieso immer Englisch. Ich sage, wir singen auch deutsch. Warum nicht „Veronika, der Lenz ist da“. Sie war da schonmal und kennt das, deshalb sei sie weggeblieben. Wegbleiben wäre auch mein Tipp. Ich rolle in die andere Richtung mit den Augen, die anderen haben auch schon ihre Erfahrung. Sie wollte nämlich auf „meinen“ Platz, den Birgit verteidigte. Die neue Akustik ist für mein Ohr belastend, vielmehr aber die bad vibrations. Mit dem Sopran kein Blickkontakt mehr, weil er in erster Reihe seitwärts sitzt. – Abends letzte Schreibgruppe vor Ostern, danach kommen die Neuen dazu. Die Runde vertraut, die Texte mannigfaltig, allerdings müssen wir, wenn niemand fehlt, unten im zwar wunderschönen Raum, aber leider auf dem Schoß schreiben. – Ein Lindwurm an Whatsappkorrespondenz mit Ingo, der Geburtstag hatte. Dass mit ihm keine Freundschaft möglich ist, verschmerze ich nie. Für mich bleibt es diese Verbundenheit. Alles löst gegenseitige Resonanz aus. Heute wollte er zum letzten Mal nach Holzkirchen fahren, bevor das Haus abgerissen wird. Wir wollten das zusammen machen. Nun streckt ihn eine Grippe nieder und er muss den letzten Gang Melsene und seinen Neffen überlassen. Was die Käufer bereits an Kahlschlag veranstaltet haben konnte ich Fabians Fotos entnehmen. So sehe ich das Haus nie wieder, das prägende Jahre meines Lebens mein zweites zu Hause war. – Dienstag vorletzte Chorprobe. Das sind Glücksmomente, gestern besonders intensiv neben Martha auf der einen Seite und einer starken Sopranistin auf der anderen. Ich liebe es, direkt an der Schnittstelle der beiden Stimmlagen zu sein. Martina fehlte. Insofern mussten wir Altistinnen uns diesmal ohne Geländer zurechtfinden, was gut gelang. Wir hören uns besser, wenn wir nicht überstrahlt werden. Dass es ein ausgesprochen schiacher Haufen ist nehme ich mit wachsender Milde hin. Ich melde mich bereits fürs nächste Projekt, das alsbald starten wird und vielleicht beim „Himmel über Neuhausen“ die Chornacht mitmacht. Unser Chorleiter sagt: Wir müssen uns nicht verstecken. Jeder singt, wie er singt. Das nimmt den Konkurrenzdruck. Wir müssen uns nicht messen, z.B. mit dem äußerst professionellen Chor der Christuskirche. Wir singen nicht, um bewundert zu werden, sondern zur Freude.

Mittwoch. Heute packen und Wohnung flott machen, oder eher nur packen, Osterputz lieber hinterher? Stattdessen fange ich schon wieder an zu backen. Dann stehen wir nicht mit leeren Händen da. Morgen früh geht’s nach Lodz. Kaum dass mein mager besuchtes Angebot bei Aetas vorbei ist trudeln Anmeldungen fürs nächste im September ein. Komisch. – Am Montag hat Michael die erste Einzelstunde bei meiner Chorleiterin wahrgenommen. Ich hatte ihre Frage an ihn weitergegeben, ob jemand mit einer anderen Schülerin abwechselnd 14-tg. bei ihr singen will. Bisher hatte ich auf Granit gebissen. Nach reiflicher, stiller Überlegung….Ich glaube, das greift in unser Leben ein. Schon jetzt haben wir Erfahrungsaustausch. Singen verändert alles. – Gerade in diesen Tagen gehen die Blüten und Blätter da draußen auf. Ungern verlasse ich dieses Knospen.

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3 Kommentare

  1. Beate sagt:

    Du bist im Aufbruch! Darumschon am 25. März der Beitrag- denn grad wollte ich noch den letzten kommentieren. Hatte mehrere Abläufe genommen…Dass das Zepterhaus abgerissen wird, ein wichtiger Ort damals – wie gut erinnere ich mal an dieses Zentrum wichtiger Zeiten, die Du dort hattest, ein warmes Zuhause! Und ja, wie schade, dass Ingo nicht Freund geworden ist!

  2. Renate sagt:

    Das es in dem von dir so gern besuchten Chor diese unguten vibes gibt, wird hoffentlich nicht zu einem Ende führen. Wie emotional doch der Abriss des Holzkirchener Hauses für dich war. Wie wird es mir ergehen, wenn unser Haus, in dem ich geboren bin, abgerissen wird.

  3. Ines sagt:

    Dass Michael auch singt und sogar Gesangsstunden nimmt, finde ich toll. Hätte ich ihm gar nicht zugeordnet. Auch schön für euch, vielleicht wechseln sich Vorlesen und gemeinsames Singen zukünftig ab. Wenn ich mal nicht mehr arbeite, muss ich mir unbedingt einen Chor suchen. Leider kann ich gar nicht so gut singen und bin auf jemanden neben mir angewiesen, der es gut kann. Ich bin gespannt, was du dieses mal über euren Besuch in Lodz schreibst.

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