Lahmgelegt durch Erkältung, viel Häusliches, Gedanken zur Beschäftigung in der Rentenzeit
Durch die Pfingstferien und durch meinen Virusinfekt ist nahezu alles ausgefallen, was sonst auf meinem Wochenplan steht. Keine Arbeit (außer Freitag), kein Linedance, kein Fitness, kein Yoga, kein Mateo sitten, keine Verabredung am Wochenende. Hubert und ich sind beide, jeder auf seine Weise, noch nicht gesund und haben die Zeit größtenteils gemeinsam in der Wohnung verbracht. In Zeiten, in denen das Wetter es zuließ und genug Energie da war, auf der Terrasse aufgeräumt und umgeplanzt. Zudem mein Geburtstagsfest geplant, Musik gehört, Playlists erstellt, viel ausgeruht, gelesen, Schrank sortiert, gekocht und Filme geschaut. Eine sehr ereignisarme Woche. Am Freitag sind wir nach Schliersee gefahren. Samstag auf dem Weg zum Einkaufen eine Schraube in den Autoreifen gefahren. Während Hubert im Autohaus war und alles Nötige in die Wege geleitet hat, war ich im Dorf einkaufen und im Bekleidungs- und im Buchladen gestöbert und ein paar Items erstanden. Am Abend nach dem Essen ganz langsam auf den Schliersberg gegangen, die erste körperliche Anstrengung. So ein faules Leben ist zwischendurch ganz schön, aber auf Dauer macht es mich mürbe, unausgeglichen und deprimiert. Ich hoffe, der zähe Infekt verabschiedet jetzt mal gänzlich, aber ich muss noch etwas Geduld haben.
In solchen Zeiten denke ich oft (mit sehr gemischten Gefühlen), wie es dann wohl i n der Rente sein wird. Ich brauche eine Beschäftigung, die mich ausfüllt und die ich auch machen kann, wenn ich älter bin. Da ich gar keine Lust auf Handarbeit oder Gartenarbeit habe, fällt das schon mal weg. Kreative Beschäftigungen habe ich auch nicht, außer vielleicht neue Kochrezepte auszuprobieren. Vielleicht sollte ich, wie die Familie meines Bruders Vögel beobachten. Er sagt, das ist eine zusätzliche Dimension, in die man eintaucht. Ich hoffe, ich bleibe körperlich immer so fit, dass ich tanzen und Sport machen kann. Ehrenamtlich könnte ich mir Mithilfe bei der Münchner Tafel vorstellen oder Nachhilfeunterricht bei benachteiligten Kindern. Heute, Sonntag, geht’s zurück nach München mit einem Mietwagen, da der Tiguan noch nicht fertig ist. Nachmittags kommt Luisa aus Hamburg, da Hubert morgen mit seinen Kindern beim Notar einen Termin hat. Die nächste Woche sollen bei mir alle regelmäßigen Termine und die Arbeit wieder losgehen.
Dass dieser Infekt sich so eingenistet hat! Allerdings kann ich gar nicht begreifen, wie ihr in dem Zustand einen Berg erklimmen könnt!? Vermutlich ist die Grundkondition so außerordentlich gut, dass das überhaupt denkbar ist. Jedenfalls hast du weit mehr vollbracht als ich im gesunden Zustand! Allerdings ohne Außenleben… Hast du einen Wochenplan? Und was ist ein Item? – Ihr eine Schraube, Beate ein Nagel – verrückt! Und lästig! – Die ganz andere, faszinierende neue Welt bei den Vögeln kann ich mir gut vorstellen. Aber irgendwie muss man ja sein eigenes Interesse finden. Und klar – Ehrenamt. Ich kann mir dich zwar schwer vorstellen in Konfrontation mit krassester Armut, aber wer weiß? Nachhilfe dagegen könnte perfekt sein. Es könnte der Chancenlosigkeit entgegen wirken, zu der viele Kinder verdammt sind. In dieser Funktion hast du auch schon bei Maja begleitet; im Umgang mit all den entwicklungs“problematischen“, sprachrückständigen Kindern bist du Expertin. Du wärst ein Glücksfall. Ruhig, geduldig, selber mit glasklarer Sprache… Sternstunden für lernbereite Kinder.
Erst mal gute Besserung, weiterhin! Euch scheint es ja schwer erwischt zu haben. Was die Beschäftigung in der Rente angeht, hab ich gute Erfahrungen damit, das fort zu führen, was mir im Berufsleben Freude gemacht hat. Aber es dauert ja noch ne Weile bis das bei dir Thema wird….