20-07-26-CoTaBu-Ausgiebiger Lesesonntag – Coronaratsch am Friedhof

Heute den Dreivierteltag endlich mal wieder lesend verbracht. „Die rechtschaffenen Mörder“ zu Ende gelesen. Abstoßender Titel, Ingo Schulze, nie gehört! Sowas lese ich nicht von selber, würde nie darauf stoßen. Ich war von Gregor eingestimmt, in den ergreifenden Kosmos eines Lesenden einzutauchen, der sich zum Ausländerhasser entwickelt, was in wenigen Sätzen angedeutet wird. Meine Stolpersteine waren nach dem Hauptteil ein Riesenkapitel, in dem ich verstanden habe, dass der Autor selbst der Icherzähler war; vorher hatte nur hin und wieder ein Ich in die Erzählung hineingefunkt, von dem ich immer dachte, ich hätte es am Anfang verpasst; nachher nochmal ein Kapitel seiner Lektorin. Das schien mir konstruiert. Ein wie ich finde abgesehen vom Anfang und dem letzten Drittel erstklassiger Wenderoman mit Facetten greifbar aufbereiteter Ostsicht; vieles lebte detailreich vor dem inneren Auge auf. Landschaftsaufnahmen, dass ich gern hinfahren würde, wenn es denn noch so wäre. Als es so war kam man nicht hin – später prallten unsere Welten aufeinander und der Osten wurde eingesackt. – Einziger Ausflug heute zum Friedhof in einem Aufzug, von dem ich hoffte, nicht gesehen zu werden. Promt kam mir Birgitta mit ihrem Freund entgegen, ich stand beim Ratsch und sah aus wie im Schlafanzug. Sie engagiert sich in der Kirche u.a. als Platzanweiserin. St. Laurentius verbietet kurzes Köpfezusammenstecken und Beisammenstehen hinterher. Birgitta sorgt dort mit für Ordnung. Ich möchte daran nicht teilhaben. Corona spaltet – wie wir wissen. Wir vertiefen das nicht, verkörpern unterschiedliche Positionen. – Bei unheilvollem Himmel heimgeradelt, gekocht, Michael empfangen, wirren und klamaukigen Tatort gemeinsam ertragen. Jetzt ist Schicht im Schacht.

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