Putztag und Brecht-Abend
Heute war Putztag. Eine Nachbarin, Petra, hat zwei Frauen, Renata und Barbara als Putzhilfen engagiert. Für heute habe ich eine von ihnen gebeten, meine Wohnung zu putzen. Sie kam um zwei Uhr Nachmittags, davor hieß es aufräumen, vorbereiten, dass nicht so viel rumliegt. Ich fuhr mit dem Rad zu Sirena, um ihr ein wenig zu helfen. ich will auch nicht, dass Janni so viel erledigen muss. Es wurden Stunden daraus. Wenn man mal anfängt… jedenfalls war es halb acht, als ich endlich nach Hause fuhr. Heike und ich haben telefoniert und ausgemacht, „parallel“ den Brechtabend auf 3sat anzuschauen. Es war ein echter Genuss! Thema war die Verfilmung der Dreigroschenoper mit großartigen Schauspielern und dieser genialen Musik. Ein weiterer Film mit Ausschnitten von Aufführungen von damals bis heute.
Früher war Brecht mein großer Held, ich war sozusagen Fan, habe viel von und über ihn gelesen, bin ins Theater gelaufen, um die Stücke zu sehen. in der Zeit fiel mir irgendwann ein Buch von Lotte Lenja in die Hände, die wohl sehr unglücklich wegen ihm und seinen vielen anderen Geliebten war. Ich weiss noch, dass ich förmlich enttäuscht von ihm war.
Es war schön, „gemeinsam“ geschaut zu haben und noch kurz darüber zu sprechen. Ich hatte mal eine Platte von Lotte Lenya. Mir kommt vor, als würde ich Brecht kennen durch die frühen Referate in der Schule, derweil waren die ja in absoluter Unfreiheit gehalten, das Erwartete zu resümmieren, halb geschrieben von meiner Mutter. Eigentlich müsste ich den Augsburger Bürgerschreck doch noch besser kennenlernen. Am wichtigsten aber war, dass du mich heute mit unserem Telefonat aus einem schlimmen Tief geholt hast.