21-07-18-CoTaBu-Absage Waldbad – Familienthema wirft Wellen+ EineWelt
Mir hängt die Absage des Waldbades nach. Hätte es doch wenigstens geregnet! Aber Regen kam später. Darf man Regen herbeisehnen, während er – ganz nah – Menschen zum Verhängnis wurde? Es war so abweisend, so dunkel! So habe ich herumgesandelt, der Blasenentzündung gefrönt; viel Trinken geht nicht unterwegs. In Vorbereitung auf Barbara (an die ich mich, wie auch an Samstag Abend, gewöhnt habe) einiges an Papier geordnet, aufgeräumt. Mir liegt schon Kostenz im Magen. Mit Hinweis auf den Kommentar, den ich bei Beate geschrieben habe, Folgendes: da ich zum Thema Familie komme wird in der Vorbereitung noch mehr bewusst, unter wieviel Aspekte man einen Lebenslauf, Familie und das Gewordensein stellen kann. Selbst wenn wir – Ines und ich – diese Dinge jahrelang betrachtet, viele Aufstellungen, Familienrekonstruktionen erlebt, analysiert und selber gemacht haben (ich meine Reko, vorbereitet durch Familieninterviews der Beteiligten, Stammbaum usw. – am Tag von Alinas Geburt. Welches Missgeschick, dass ich direkt zu ihrem Geburtstermin meinen Termin zulasse! Was war für ein Druck vorprogrammiert! Auch wenn wir diese Dinge nach unserem Vermögen durchlebt haben: waren es nicht immer nur Ausschnitte? Mögliche Deutungen, willkürlich aus dem Augenblick heraus? Hätte es nicht ganz andere Versionen gegeben? Und wieviel Leben ist seitdem passiert? Es sind kleine und gewichtige Puzzlesteine, die wir zusammentragen können. Ist überhaupt das, was wir fühlen, die einzige unserer Möglichkeiten? Oder haben wir uns nicht auch darin so eingerichtet, wie es zu unserem Selbstbild passt? Wie unsere Welt. Die einen ertrinken, Existenzen sind vernichtet. Gleichzeitig spazieren Menschen in Weinbergen und sind ganz im Genuss. Andere gehen im Seelenfrieden im T-Shirt durch Schweden oder liegen hier auf Couchen und Betten und betrachten die Gräue durchs Fenster, unterwegs allein im Buch. Alles die Eine-Welt. Unser Blick auf sie, die Deutung dessen, was wir sehen – subjektiv und bruchstückhaft.
Ich glaube auch, dass es viele Betrachtungsmöglichkeiten gibt und die gefühlte Wahrheit eine unter vielen ist. Und im Laufe des Lebens hat sich eine bestimmte individuelle Art der Wahrnehmung gebildet. Teil der systemischen Therapie ist, eine andere Perspektive einzunehmen.