Genervt und Elternsorgen

Ich komme oft spät von der Arbeit nach Hause, weil ich am Abend noch einen Arbeitsflow habe, den ich ausnutzen will oder weil ich einfach nicht fertig werde. Wenn ich dann nach Hause komme, hat Hubert schon alles Mögliche im Haushalt gemacht, da er deutlich vor mir heim kommt und derzeit unterbeschäftigt ist und ihn seine Arbeit nicht auslastet. Heute war das an der Stimmung spürbar, wir hatten dauernd Missverständnisse und haben uns gegenseitig genervt. Irgendwie kriegen wir dann die Kurve, aber das sind Tage an denen ich es nicht schlecht fände, wenn ich meine eigene Wohnung hätte. Meine Schwester und ihr Mann kommen am Wochenende mal wieder zum Schliersee. Auch Jaron will kommen. Jetzt hat sich noch der Sohn meiner Schwester angemeldet, der auch dazu kommen will. Eigentlich ist mir alles zu viel und ich hab Bedenken, dass wir dann dauernd für sie ganze Mannschaft in der Küche stehen, v.a. Hubert, der sich für alles verantwortlich fühlt. Irgendwie müssen wir diesbezüglich Absprachen treffen, die Gäste mehr einbinden. Ich merke, dass ich gar nicht so, wie Renate, chronologisch von meinem Tag berichte, aber da hatte ich nicht den richtigen Einstieg. Während ich schreibe, merke ich, dass ich unterschwellig die ganze Zeit bedrückt bin von der Situation mit meiner Mutter. Ihr geht es immer schlechter und die Heimbetreuung ist nicht gut. Dauernd wechselndes Personal, unterbelegt und selber am Limit. Wie gut sie vorher zu Hause von Pflegepersonal und Vater gepflegt wurde, wird jetzt im Vergleich erst deutlich. Aber ein Zurück gibt es nicht mehr. Vater hat heute den 82. Geburtstag und extreme Rückenbeschwerden, kommt kaum alleine aus dem Bett. Zumindest hab ich mit meinen Geschwistern gestern gesprochen über die nächsten Schritte. Danke nochmal an Heike. Die Geschister waren dankbar, dass ich das Thema Palliativmedizin und SAPV Team angesprochen habe.

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3 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Auch wenn es ja eure Mutter ist bin ich doch froh, wenn ihr das angeht; Schritt für Schritt. Heute habe ich mit einer der Ärztinnen vom SAPV-Team der LMU telefoniert; sie beklagte auch die Verhältnisse in den Heimen, selbst wenn sie eingebunden seien. Dass dir der ganze Pulk in Schliersee schon im Voraus über den Kopf wächst kann ich mir vorstellen. Aber vielleicht bekocht Hubert gern alle? Das natürlich für euch mit Erholung nichts mehr zu tun.

  2. Beate sagt:

    was machst Du für einen Spagat! Während Du Dich um Deine Mutter sorgst, hast du ein Wochenende mit viel Besuch vor Dir. Wie gut wäre es doch, wenn allen irgendwas dazwischen käme…

  3. Renate sagt:

    Die Pflege und Versorgung eurer Mutter im Heim habt ihr euch sicher anders vorgestellt, das Beste gewollt. Dass dir das Kummer macht verstehe ich. Ein Wochenende mit so vielen Menschen würde mir auch im Magen liegen.

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