Gestern früh um 9.00 Uhr bin ich bei Mama gewesen. Sie schlief noch. Sylvie gab mir letzte Informationen und hat sich dann mit schwerem Gepäck auf zur U-Bahn gemacht. Sie wird bereits am 12. wieder bei uns sein. So spät wie sonst ist Mama nicht aufgestanden. Der gestrige Tag war relativ kurzweilig. Betten für Joanna und mich bezogen, Mama half immer mit. Natürlich spielten wir Mensch ärgere dich nicht. Sie hat, anders als die Male vorher, zum Teil überhaupt nicht durchgeblickt, was sie jetzt machen muss. Hat mich fragend angeschaut und ich habe ihr gesagt was sie tun soll. Zusammen gekocht und gegessen. Früh ins Bett gegangen. Mama ging durch die Zimmer, auch in den Keller. Als ich sie darauf ansprach sagte sie, sie geht immer in den Keller. Schlecht geschlafen. Früh aufgestanden. Wir haben wenig miteinander gesprochen, wenn kam von Mama hundert mal das gleiche. Ich habe mich haushaltsmäßig beschäftigt. Wasserhähne entkalkt, gewaschen, Unkraut gezupft, Mama was zu Essen gemacht. Sie hat im Garten in ihrem Liegestuhl geschlafen. Lang wurde mir die Zeit, bis Joanna endlich um 19.00 Uhr kam. Sie kam aus Köln und hatte nur Staus und Baustellen. 9 Stunden hat sie gebraucht, allerdings mit vielen Pinkelpausen für Charly, ihrem kleinen Hund. Nach einer kleinen Übergabe bin ich heimgeradelt, gerade noch rechtzeitig vor der Dunkelheit angekommen, denn eine Fahrradlampe hatte ich nicht dabei. Die neue Agentur hat mir das Profil der neuen Betreuerin geschickt, mit der ich gleich telefoniert habe. Sie wird ab 20.9. kommen. Es ist schon gut, dass sich die Betreuerinnen untereinander verständigen. Sie wußte von Sylvie was bei Mama zu tun ist und wird mit ihr direkt den Rhythmus ihrer Einsätze und alles weitere besprechen. Für uns eine Entlastung.
Wenn die Pflegerinnen miteinander sprechen und ihr WISST davon, dann ist es bestens. Das war also diesmal ein echter Großeinsatz – mit Übernachtung.
Ich kann mir vorstellen, dass dir die Zeit lang geworden ist. Da hilft bestimmt ein kleiner Hund im Haus. Neulich war im Pflegeheim meiner Mutter ein Hund zu Besuch. Die Stimmung war gleich ganz anders, richtig lebendig wurden die Alten, die sonst nur vor sich hin starren.