21-10-19-CoTaBu-Lesewege+Annette Kolbs Schaukel als einzelner Ausreißer
Beim gemeinsamen Lesen wurde mir einmal mehr bewusst, wie unterschiedlich Lesen geht. Bei mir ist es so. Früher las ich, wenn mir ein Hanni und Nanni gefiel, alle Hannis und Nannis. Wenn mir eine Astrid Lindgren gefiel, alle Astrid Lingrens. Nie muss ich suchen, was ich lesen könnte. Ich stoße darauf. Aus einem entsteht der Hinweis aufs nächste wie ein geheimer Trampelpfad, allein für mich vorgezeichnet. Da ist Entscheidungsspielraum, aber nur eingeschränkt „Entscheidungsfreiheit“. Eher muss ich eine rigoros intuitive Auswahl treffen; Mehrerem oder ALLEM zu folgen, woraus wieder Abzweigungen entstünden, würde in einen undurchdringlichen Dschungel führen. Fertigwerden so oder so illusionär. So sind etwaige Buchgeschenke selten willkommen, es sei denn, die GeberIn wüsste genau, wo bei mir anzusetzen ist. Bei den 40 Geheimnissen der Liebe der Sängerin Petra, mit Fantasie geschenkt, quäle ich mich ein Drittel der Strecke entlang, innerlich um den Faden trauernd, den ich beiseite legen musste. Das Thema (Rumi, Islam) passte, die Sprache nicht. Allein für diesen japanischen Pfad, der zum Teil in der Edozeit und früher angesiedelt ist, die Geisteshaltung, die darin widergespiegelt ist, wird dieses eine Leben nicht genügen. Aber es wird damit eines Tages auch gut sein; dann wird etwas anderes kommen. Wenn nur mein Augenlicht erhalten bleibt. Wie teile ich, womöglich bar von Augenlicht, Sprache und anderen Fähigkeiten mit, was ich hören möchte, falls das Schicksal mir gnädig jemanden zum Vorlesen schickt? Die Themen mannigfaltig, aber keineswegs unendlich. Was ich lesend suche, kann ich nicht vorher schon wissen. Weniger ist es die Geschichte, der Plot, wie man neudeutsch hässlich sagt, eher die innere, sprachliche Weise der Mitteilung. Gerade aber bin ich auf einem zufälligen Nebenpfad herausgekommen. Annette Kolb, die Schaukel. München. Glaspalastzeiten. Hab nachts geträumt, jemand war gefesselt, knapp unterm Dach, an eine Schaukel, zusammengekrümmt. Wurde von oben mit heißem Wasser übergossen. Leider jetzt wirklich krank und im Bett, hoffentlich nur ich!
Oh, dann bist jetzt doch krank geworden. Wollen wir mal hoffen, dass deine Viren nicht auf Beate übergesprungen sind. Ich bin jedenfalls noch gesund. Mit den geschenkten Büchern ist das so eine Sache. Ich will wirklich nur solche Bücher geschenkt bekommen, die der Schenkende selber gelesen hat und richtig gut fand. Oft bekommt man ein Buch geschenkt, was irgendwie ausgewählt wurde. Ich finde es sehr interessant, was ein Buch zu einem Buch macht, das mich anspricht und in dem ich gerne lese und mich darauf freue es aufzuschlagen. Hatte ich länger nicht mehr. Ich kann auch nicht sagen, dass es mit dem Plot in erster Linie zu tun hat, sondern es sollte mich auch sprachlich ansprechen.
Das Buch von Annette Kolb „Die Schaukel“ habe ich überall gesucht. Ich bin mir nicht mehr sicher ob ich einen Artikel über sie las, oder ob das Buch, im Rahmen einer Führung des DGB, an ihrem Grab am Bogenhausener Friedhof erwähnt wurde. Ich bin ähnlich wie du, wenn ich eine Schriftstellerin oder einen Schriftsteller gut finde lese ich jedes Buch von ihr bzw. ihm.
Kannst du also nächstes Mal bei mir mitnehmen!
ich bin gesund und wohlauf- vielleicht wäre es gar nicht so schlecht, wenn ich mir deine Erkältung geholt hätte- eine Auszeit ! Eine Woche lang im Bett liegen, schlafen…. Das Thema „Lesen“ ist groß und vielschichtig. ich habe z.B. alles, was Haruki Murakami geschrieben hat, in meinem Regal , auch viele Bücher von Paul Auster, insofern kenne ich das Interesse am Werk eines Schriftstellers. Daneben gibt es natürlich auch die Themen, die mich interessieren, so die Literatur der DDR Schriftstellerinnen.
Mir fällt ein Stein vom Herzen…Gott o Gott, ewig diese Ängste und Schuldgefühle.