22-03-02-CoTaBu-Netrebko abgesägt, „ausgerechnet Pankreas“, Brüderchen + Schwesterchen und Schreibcafé

Schöner, pastelliger Morgenhimmel mit federleichten Flockenwolken! Aschermittwoch. Ab heute keine Süßigkeiten. Hoffe ich. Gestern noch brachten – was derzeit kaum vorkam – Julia UND Conny Krapfen. Ich nahm davon und bereute, weil sie miserabel waren, einer mit Kokoscreme. Zudem brachte mir der Bruder unserer griechischen Glioblastompatientin etwas mit, sagte „das macht glücklich“. Er scheint mir eingefleischt inzenstuös verbunden, (auch wie er die Details der Pflege schildert), infolgedessen  – wenig überraschend – läuft parallel das Scheidungsverfahren mit seiner Frau, die er abfällig „Madame“ nennt. Ich sage „aus Versehen“ immer „Ihre Frau“ und meine seine Schwester. Wir besprechen offen, dass sie in Wirklichkeit „seine Liebste“ ist. – Zu meinem Kommentar „Pankreas hält sich für das Schlimmste“: Gleich am nächsten Tag hatte ich eine sehr differenzierte, seelisch leidende Frau am Telefon. Ausgiebigst sprachen wir über mangelndes Vertrauen in potienzielle VollmachtnehmerInnen und schwere Entscheidungen bzgl. Nachlass, die so eine Krankheit mit sich bringt im Gegensatz zum plötzlichen Dahingerafftwerden. Da habe ich es wieder gehört. Warum sie gerade diese Krankheit bekommen muss, warum nicht wenigstens eine andere. „Ausgerechnet Pankreas“. – Ich habe nicht richtig  mitbekommen, was auf der Welt los ist; wo Russland jetzt überall sportlich gesperrt ist; dass Netrebkos Vertrag mit der Staatsoper aufgelöst wird, weil sie sich nicht ausreichend distanziert und von Putin an Geburtstagen gefeiert wurde. Das geht für mich zu weit. Eine vergötterte Operndiva, viele Jahre aufs Tollste vermarktet,  wird abgesägt, weil Putin ein Verbrecher ist. – Noch etwas: Gestern habe ich erstmals an einem Schreibcafé teilgenommen, das in Berlin stattfindet und wozu ich sonst keine Gelegenheit habe. Es wird von verschiedenen Menschen wechselweise angeboten, diesmal einer ehemaligen Dozentin der ASH, bei der ich Kulturgeschichte des Schreibens hatte. Mir wurde überklar, wie glücklich ich mit dem bin, was ich aus dem Gelernten entwickelt habe. Es hat mir nicht gefallen. Viel zu viel geredet und Impulse, die ich großteils nicht mochte. Einen aber werden wir mal probieren, abgewandelt.

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2 Kommentare

  1. Ines sagt:

    Man sollte die russischen Künstler nicht zu stark unter Druck setzen. Viel besser wäre es doch, wenn sie ihren Einfluss auf Putin nutzen und ihn zum Frieden aufrufen. Netrebko hat zumindest öffentlich für Frieden eine Stellungnahme abgegeben. Auf Süßes verzichten ist viel leichter, wenn man die Entscheidung bewusst für diese Zeit fällt. Bruder und Schwester so eng, das klingt wirklich nach Inzest.

  2. Renate sagt:

    Das Verhalten des Bruders erinnert mich an den Vater von Rebecca, auch eine Gliopatientin. Auch Gergijew musste gehen. Er hat viele Engagements verloren. Sich eine Krankheit aussuchen, geht noch nicht.

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