22-05-22- Reflexion unterbrochenen Schreibflusses + Traum von Zepters
Da ich überhaupt keine Lust habe, mich kaum überwinden kann, wöchentlich zu bloggen, schon tagelang im Voraus den Widerstand gespürt habe, fange ich wieder mit der Reflexion des unterbrochenen Schreibflusses an. Mit fehlt das tägliche Schreiben für mein Seelenheil nicht spürbar pausenlos, aber immer noch bin ich orientierungslos. Schreibe – lustlos – per Worddatei meine kleinen Absätze ohne Kitty. Schreibe sporadisch per Hand in mein extra eröffnetes Heft. Hier im Blog die Ereignisse der Woche zusammenzukratzen liegt mir ganz fern. Ich müsste spicken in den „richtigen“ Aufzeichnungen, die aber unvollständig, freudlos, dafür schonungsloser sind. Lieber würde ich – bei Gelegenheit – mal whatsappen. Welches der Wochenereignisse sollte für euch von Belang sein? Essen mit dem Philologen? Kinder, die geboren wurden? Eine Ausstellung in Vorbereitung? Ein Kreislaufabsturz am Mittwoch? Ein nahezu volles Hospiz? Sommerkleider gewaschen und – gebügelt? „Alles, was Sie sehen ist neu“ von Annette Pehnt zu Ende gelesen? Heute abend Chorsingen? Für mich ernüchternder Zustand des vorher mich Verbundenfühlens und auf euch Richtens und jetzt gefühlten Abbruchs – ein unwillkommenes Experiment. Momentan quält es mich, mir etwas einfallen zu lassen.
Traum: Ich will oder soll mit Melsene, Ingos Schwester, einen Berg erklimmen. Es ist bereits 18:00 abends („in Wirklichkeit“ dämmert es schon). Wir sind miserabel ausgestattet, lediglich ein paar nutzlose Dinge habe ich in ein Wimmerl gepackt. Bevor wir endlich loskommen – Melsene ist gerade außer Hörweite – warnt mich Siegfried eindringlich (der Vater, der schon zehn Jahre tot ist) vor der Bergtour. Wir haben keine Taschenlampe. In zwei Stunden wird es stockdunkel sein. Melsene macht unglaublich Druck. Dem aber („in echt“ unmöglich!) halte ich Stand, muss dazu laut und heftig werden. Letztlich setze ich mich durch. Wir wollen – obwohl Melsene vollkommen vernunftwidrig festhalten will an ihrem Plan – am nächsten Tag am frühen Morgen starten. Während ich das schreibe fällt mir erstmals ein, dass es vielleicht dem Umstand ihrer schweren HerzOP im Babyalter geschuldet war, dass Melsene ohne Einhalt die ganze Familie terrorisieren konnte: wahrscheinlich musste man sie „schonen“. Der Berg? Etwas für mich ganz Ausgeschlossenes, auch ohne Dunkelheit. Eine Frage der Luft.
Wieder mal ein spannender Traum. Der Berg steht für das Ausgeschlossene. Was machen wir mit unserem Blog. So, wie es jetzt ist, macht es nicht so viel Sinn, es fehlen auch die laufenden Kommentare. Ein Zurück zum fast Täglichen wird auch nicht gehen. Es hat eine ganz andere Funktion, täglich zu schreiben als eine Zusammenfassung der Woche zu geben. Ich weiß nicht, wie wir weitermachen sollten. Am Pfingstmontag können wir darüber reden. Bis dahin Wochenblog.
Ja, wir sollten darüber sprechen, das ist auch mein Bedürfnis. Gerade, wenn man so die ganze Woche ohne jede Reaktion dasteht (in meinem Fall hattest Gott sei Dank immerhindu reagiert) stellt sich die Frage…Es wirkt dann wie ein auslaufendes Modell.