Maskenball
Ich liebe meinen freien Mittwoch. Das ist der Vorgeschmack auf die Tage, von denen Renate jetzt immer schreibt. Ich muss auch in der Wohnung mal allein sein, um wirklich mit allem vertraut zu werden. Heute habe ich auch zum ersten mal draußen eine Maske getragen. Als Brillenträgerin echt ätzend. Die Brille beschlägt oder die Maske behindert den Sitz der Brille. Da muss ich noch ein paar andere Modelle ausprobieren. Die von heute hat die Frau eines Arbeitskollegen von Hubert geschneidert, hellblau mit rosa Streifen, sieht aus wie eine Puppenzudecke. Highlight war heute mit Maja zum Pflanzen Kölle zufahren, sie im Auto hinten mit Maske, ich am Steuer, leider etwas verfahren in Unterhaching, aber dank Navi dann doch am Ziel angelangt. Inzwischen laufen mehr Menschen mit Maske herum als ohne, obwohl es erst am Montag Pflicht wird. Vorauseilender Gehorsam. Ich will mich schon mal ein bisschen daran gewöhnen. Wie es wohl sein muss, wenn man jetzt einen Partner suchen würde. Da müsste man erst zusammenziehen, bis man sich das erste mal küssen darf. Maja arbeitet ja auf einer Art Corona-Krisen-Station zur psychotherapeutischen Unterstützung des Pflegepersonals. Sie berichtete von einem Psycho-Kollegen, mit dem sie sich so gut versteht. Angesichts der Tatsache, dass ihr Freund derzeit in Südkorea arbeitet, werde ich gleich hellhörig, halte mich aber mit Fragen oder Vermutungen zurück.
Gehorsam voraus
ein jeder mit der Maske
alterslos vermummt.
Was für Aspekte!!!