20-05-16-CoTaBu- VideoKonferenz, Maisinger See und Oma Renate
Nach unserer Videokonferenz gestern Abend gehörig ver-schlafen. Ines als Mit-Teilnehmerin weiß: Einmal ging es um Trauma. Es wurde lediglich kurz eine Behandlungsmethode beschrieben. Da schaltete mein Organismus auf Alarm, Puls und Atem reagierten sofort. Auf dieser Plattform merkt das natürlich keiner. Man könnte entgleisen, ohne dass einem das anzusehen ist. Es war eine wichtige Erfahrung. Die Resonanzfähigkeit ist eingeschränkt. So wie die Maske Mimik und Gesichtssprache verdeckt fehlt in diesem virtuellen Raum die Spürbarkeit der anderen. Ich bin froh, wenn wir uns wieder richtig treffen können. – Heute mit Michael zum ersten Mal wieder um den Maisinger See gelaufen; so saftig! Imbissverkauf ja, aber Klo geschlossen, die Leute saßen auf Wiese und Treppe zum Wasser, keine Bänke. Heute habe ich soviel Vögel zwitschern hören und habe wieder festgestellt, dass ich keine Grillen mehr höre, als Michael fragte. Dann auf einmal doch. Ich habe gelernt: wenn sie rechts zirpen, höre ich nichts, wenn sie links zirpen, und zwar anständig laut, höre ich sie doch. Auf dem Rückweg Oma Renate abgeholt, die seit Corona nicht am Grab war. Es war mir so peinlich: sie hatte am Telefon erzählt, eine Nachbarin wolle sie jetzt einmal dahin mitnehmen. Ich war gar nicht auf die Idee gekommen, obwohl ich wusste, sie fährt derzeit nicht U-Bahn! Heute Nacht davon auch noch geträumt! Als ich sie zurückgebracht hatte war der Tag um. Gerade ein schlichtes Mahl zu mir genommen. Die Zeitung guckt mich an und will gelesen werden. Bei Renate klingt das immer genüsslich und geordnet. Für mich ist es wie ein Berg. Sie wird nicht weniger, breitet sich überall aus und ich werde nie fertig damit.
Am Maisinger See – Krawall unter den Möwen. – Um was streiten sie?
Die Muttergottes – wartet Jahr um Jahr und schweigt – am Rastplatz im Wald.
Der Maisinger See ohne Bänke… ein Tag mit einem Spaziergang dort ist doch immer wieder herrlich. Muss auch bald wieder hin!