Schreiben und radeln
Zehn Minuten schreiben ohne Punkt und Komma, einfach drauflos. So steht’s in Doris Dörries Buch. Beim drauflos schreiben geht es schon los bei mir. Fehler! Schon fange ich an zu korrigieren. Komischer Satz! Gleich umstellen. Man lernt viel über sich bei dieser Übung. Heute habe ich es getestet und stellte fest dass meine Sehnen da nicht mitmachen. Am PC wäre es leichter, hat jedoch nicht die Qualität und man kommt nicht so in Fluss. Schade! Anderes Thema. Mit dem Rad zum Waldfriedhof gefahren. Bin nicht permanent an der Hauptstraße gefahren und so wurden es mehr Kilometer. Mama und Eva getroffen, sind zum Grab meiner Patentante. Nicht ihr Geburtstag war heute, sondern ihr dritter Todestag. Ich hatte keine innige Beziehung zu ihr, meine Schwester schon. Sie wollten Eva sogar adoptieren, was unsere Eltern Gott sei Dank nicht zuließen. Ich habe meinen zweiten Vornamen von ihr. Ernestine! Zu Hause angekommen zeigte mein Tacho immerhin 25 km. Eigentlich, ja eigentlich wollte ich jeden Tag Gymnastik machen. Nach 25 km fand ich es nicht mehr notwendig und beschloss den Abend auf der Couch.
Einfach Drauflosschreiben erinnert an Julia Camerons Morgenseiten. Für mich ist das nicht gut, weil ich auf Rahmen und Inhalt achten muss, um meiner Zerfaserung entgegen zu wirken. Bei mir artet es zu Plappern auf Papier aus. – 25 km wäre für mich der Wahnsinn. Sehr sportlich. – Einmal glaubte ich kurzfristig, Eva und deine Mutter erspäht zu haben…
einfach drauf los schreiben- tja. Es kommt doch immer darauf an, ob sich der Moment einstellt, in dem die Gedanken zu fließen beginnen. Auf die Fehler schaue ich erst, wenn ein Abschnitt fertig ist. Dein Beitrag hat mich auf die Idee gebracht, mit Jania heute um den Schlosspark zu radeln