Zugehörigkeit

Auch mir geht Beates Enkelin nicht aus dem Kopf. Wie muss es erst Beate, ihrer Tochter und Enkelin gehen. Mir kommen die Bilder immer erst im Nachgang. Cornelia, mit der ich gestern lang telefonierte und die immer wieder nach Worten suchte. Sind das die Tabletten, die Bestrahlung! Das Team im Hospiz am auseinanderbrechen. Ich fühle mich nicht mehr zugehörig und  das seit längerer Zeit. Auch wenn viele sagen, es ist, als seist du nie weg gewesen. Die Arbeit geht mir auch leicht von der Hand, ich nehme den Platz ein, der mir nicht mehr gehört. Die innere Distanz spüre ich genau. Die Freude über die positive Resonanz kann darüber nicht wegtäuschen. Es ist ein seltsames Ding da zu sein, jedoch nicht dazu zu gehören. Wenn ich es recht bedenke hatte ich dieses Gefühl all die Jahre. Auch wenn mir von einigen Kolleginnen immer wieder versichert wurde, ich sei steil vom Team.  Das wäre ein Thema für die Supervision gewesen, dass wusste ich und wollte es nie anbringen. Das wäre zu tief gegangen in dieser Runde. Ich schreibe das mit einem starken Gefühl für mein Verborgenes.

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3 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Deine Zeilen machen mich sehr nachdenklich. Auch ein Gefühl, das man sich gern wegreden lässt, das aber nicht täuscht. Klare Linien.

  2. Beate sagt:

    ich habe oft ähnliche Gefühle, die ich schlecht genau benennen kann, denke, dass ich unter den Beamten in meinem Kollegium dann doch eine Exotin bin. Andere Sozialisation, andere Berufsausrichtung, andere Gehaltsgruppe, andere Rente, andere Sicherheit – all das trifft auch dich sicher nicht zu, aber dieses anders sein ist ein untrügliches Gefühl

  3. Ines sagt:

    Mein Kommentar kommt ein bisschen spät. Ich wollte dir das Gefühl fehlender Zugehörigkeit nicht ausreden. Aber ich bin mir sicher, dass die meisten Menschen dein Gefühl gut kennen. Man vermutet es bei vielen nicht, denkt immer, dass alle anderen sich voll der Gruppe zugehörig fühlen, aber meine Erfahrung ist eine ganz andere.

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