Frauengruppen und Quarantäne trotz Corona negativ
Ich habe länger nicht geschrieben. Oft fehlt mir die Muße dafür. Dann reicht es nur für das Lesen eurer Beiträge und einen kurzen Kommentar. Aber heute habe ich Zeit und Muße. Am Freitag, also vorgestern, haben wir in Schliersee noch einmal eine lange Radtour mit E-Bikes gemacht bei herrlichem Herbstwetter. Ich bin ein absoluter Fan von E-Bikes geworden, weil der Radius viel größer wird und du so viel mehr entdecken kannst als vom Auto aus. Wir sind an der Mangfall entlang gefahren, und über Felder und Wiesen gesaust, über 50 Kilometer in 2 1/2 Stunden unterwegs gewesen, ohne danach völlig kaputt zu sein, aber trotzdem das Gefühl, sich bewegt zu haben. Freitag war dann ja die Peergruppe am Abend bei Heike. Ein rundum toller Abend mit herrlichem Essen und guten Gesprächen in Heikes Wohnzimmer-Salon auf den bequemen Sesseln, jede in eine Decke eingehüllt, da die Balkontür durchgehend die kalte Luft hereingelassen hat. Inzwischen haben wir eine wirklich lange Geschichte miteinander und uns durch viele mitunter sehr schwere Zeiten begleitet. Das Schöne ist, dass keine von uns denkt, dass wir irgendwann aufhören werden, uns in dieser Konstellation zu treffen. Ich habe ja neben der Peergruppe noch andere Frauengruppen, mit denen regelmäßige Treffen stattfinden. Eine Kleingruppe, die die geistig-spirituellen Themen beinhaltet, eine Schreibgruppe mit euch und eine 5-Frauen-Gruppe, ein Kreis von Kolleginnen bzw. Ex-Kolleginnen, mit dem wir jedesmal ein neues Restaurant in München ausprobieren. Meine Frauengruppen decken meinen Bedarf an sozialen Kontakten zu einem Großteil ab. Gestern war dann ein typischer Samstag mit Einkauf auf dem Markt, Haushalt, Wäsche, Mittagsschläfchen. Spazieren gehen zum Gotzinger Platz, wo in der Kirche eine Fahneninstallation von Künstlern aus Sendling ausgestellt ist. „Kunst in Sendling“ ist eine jährliche Aktion, bei der die Künstler des Viertels ihre Ateliers öffnen. Heute Nachmittag will ich nochmal durchs Viertel schlendern und mir Verschiedenes anschauen. Nach dem Kochen und Essen am Abend waren wir noch bei unseren etwas schrägen aber liebenswerten Nachbarn ein Stockwerk tiefer auf einen Wein eingeladen. Da es da auch noch mal viel Käse, Oliven und Knabbereien gab, fühle ich mich heute ziemlich schwer und übersättigt, trotzdem ein netter Abend. Meine Tochter hat letztes Wochenende Kontakt zu einem Freund gehabt, der inzwischen auf Corona positiv getestet wurde. Sie muss jetzt 2 Wochen in Quarantäne, auch dann, wenn der Corona-Test negativ ausfällt. Das war mir gar nicht so klar. Das bedeutet bei den steigenden Zahlen von Corona-Positiven, dass alle Kontaktpersonen für 2 Wochen aus dem Verkehr gezogen werden. Wenn das so weiter voranschreitet, werden wir vielleicht alle einmal von dieser Vorsichtsmaßnahme betroffen sein. Maja meinte, es sei für sie schon ein eigenartiges Gefühl, wirklich nicht mehr die Wohnung verlassen zu dürfen, ab jetzt noch eine weitere Woche. Sie lassen sich die Lebensmittel nach Hause liefern, das geht ja zum Glück. Blöd nur, dass sie gerade eine neue Stelle als Psychologin angefangen hat.
Das mit der 5-Frauen-(Ex-)Kolleginnen-Gruppe ist ja eine Super-Idee zum Nachmachen! Bei uns im Hospiz arbeiten alle Schicht und Verabredungen sind unwägbar, abgesehen davon, dass ich das kaum je gemacht habe. (Renate, was meinst du, wir wären schon zwei, und einmal sitzen wir dann Tisch an Tisch mit Ines 5-Frauen!) Mit Beatrix aus Taufkirchen habe ich eigentlich erst NACH der Beratungsstelle private Treffen begonnen, die mit Simons Tod abrupt geendet. – Übrigens liebe ich – habe geliebt – die Mangfall. Lang nicht dort gewesen.
Mir geht es auch so, dass ich nicht jeden Tag etwas schreiben kann. Aber fast an jedem Tag ist es sehr schön, innezuhalten, etwas zu schreiben und zu lesen. Ein Schatz…
Gute Idee mit den 5 Frauen und dann auch noch neue Restaurants testen.