Arbeit und Geburtstag

Gestern bin ich nach fast dreistündigem Heimweg mit den Kindern, vorheriger Arbeit im Hospiz, ziemlich fertig, spät heimgekommen. Nach Abendessen und etwas fernschauen auf der Couch eingeschlafen. Heute langes Gespräch mit einer Kollegin, die zum zweiten mal das Hospiz verlässt und nach Amerika geht. Sie muss über Mexiko einreisen und will dann weiter nach Amerika und zwei Monate bleiben. In Amerika wartet ein Mann. Im Hospiz ändert sich doch Vieles, nicht nur wegen Corona, sondern auch durch Neueinstellungen. Die „Alten“ werden immer weniger, sie kündigen, sind schwanger oder gehen in Rente. Ich bin nach wie vor gerne dort, habe natürlich mehr Verbindung zu den MitarbeiterInnen aus meiner Zeit. Nachmittag mit meiner Schwester zu unserer Mutter, die heute ihren 87. Geburtstag feiert. Luzie hat einen Marmorkuchen gebacken, dekoriert mit Himbeeren und einer 87 aus weißer Schokolade. Schick hat sie unsere Mutter gemacht, neue Frisur und moderne Ohrringe. Der Nachmittag zog sich, denn die Unterhaltung mit Mama, die dement ist und Luzie, deren deutsch verbesserungswürdig ist, war etwas zäh. Eva und ich gaben unser Bestes. Der Heimweg gestaltete sich auch etwas zäh, wegen langer Autoschlangen auf dem Ring.

 

 

 

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3 Kommentare

  1. Heike sagt:

    Die Schilderung der Geburtstagsszenerie ist rührend und skurril, ein bisschen wie ein Faschingsball. Ich finde es enorm, welchen Glanz Luzie versucht, in so einen Tag zu bringen – mehr als man erwarten kann. – Diese stundenlangen Heimwege sind Luxus, eine Oma, die keine Eile hat.

  2. Ines sagt:

    87 ist schon ein stolzes Alter. Wirklich rührend, die Kaffeeszene mit eurer hübschen Mama. Unterhaltungen sind dann nicht so wichtig. Das hast du ja ausreichend mit anderen Menschen.

  3. Beate sagt:

    Am Geburtstag gehört es dazu, ein wenig herausgeputzt am Kaffeetisch zu sitzen. Deine Mutter hat das sicher genossen. und dann der lange Heimweg…da waren anscheinend nicht nur die Fußgänger in Horden unterwegs.

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