20-12-27-CoTaBu-Tranceartig-Blick zum Himmel +Hölderlin
Was habe ich heute überhaupt angefangen? Ist es wieder so, dass ich mir vorwerfen will, nichts zu vollbringen? Jetzt, bei Lockdown, dürfte es einfacher sein, das „Nichts“ zu verzeihen, zudem die (Anders-)Zeit, in der auch die Natur nur ruht, manchmal fast tot wirkt, dazu einlädt. Winterschlaf ist erlaubt. Heute um 11:00 immerhin nach Hölderlin und Schwarzer Spinne von Michael nach St. Christoph chauffiert worden; er wollte inzwischen spazieren gehen, während ich Thomas predigen hören wollte. Mir ist, als hätte ich nachmittags nur wechselweise geschlummert und die Schwarze Spinne zu Ende gelesen. Abends bei Michael lecker Ente mit Knödeln und Blaukraut verspeist, was jetzt erwartungsgemäß im Magen liegt. Hinterher den Rest Polizeiruf angeguckt. Jetzt greife ich gleich zu den anderen Erzählungen und Novellen in diesem Sammelband. Ich habe mehr Lust dazu als zu aktueller Lektüre. Nachmittags hatte ich eine Wort-Musikcollage „Schumanns Krankenakte“ gehört – kein Genuss, eher schrecklich. Die Musik spiegelte gehörig seinen Wahnsinn. – Vergangene Nacht war ich öfters auf der Suche nach dem Doppelgestirn auf dem Balkon. Und habe die beiden, eng aneinander, m.E. entdeckt. Kein Schweif zwar, aber doch die Illusion eines blinkenden Gestirns mit deutlichen Zacken – endlich! – das übrigens nicht etwa davonflog und sich als Flugzeug entpuppte.
Auch wenn du schreibst, dass du nichts gemacht hast, hast du doch immer viel erlebt an diesen Tagen.