Dritter Dritter Dritter
Obwohl wir uns nachher sehen werden, schreibe ich jetzt schon. Ich weiß, dass ich nachher keine Ruhe mehr habe. Heute vor 3 Jahren war ich bei Hubert zu Besuch, es war Wochenende. Da rief Ariane mich an, was extrem ungewöhnlich ist, weil wir uns nie anrufen, und klang ganz bestürzt. „Irgendwas ist mit Simon, hast du die Nachricht von Heike gelesen?. Es ist etwas Schreckliches passiert!!!“, das waren Arianes Worte. Ich hab dann gleich die Email gelesen. Es stand dort nicht, was passiert ist, aber aus den Worten und dem Dazwischen war die Katastrophe zu lesen. Wie es genau weiterging und wann ich es wirklich erfahren habe, dass Simon gestorben ist, weiß ich nicht mehr genau. Aber mein Gefühl der völligen Hilflosigkeit, Entsetzen und unglaublicher Fassungslosigkeit, das erinnere ich genau. Wenn es mir so geht, wie schlimm mag es Heike gehen?! Kann sie das überhaupt aushalten? Nie wieder werden wir unbeschwert zusammen sein. Simons Tod wird uns alle und die Zukunft verändern. Natürlich wusste ich nicht, wie ich mich verhalten sollte, wollte nichts falsch machen. Zum Glück hat Heike uns geschrieben, sehr ausführlich und mehrmals und ich konnte zurückschreiben. Wir haben uns dann als Peergruppe sehr bald getroffen, und haben zusammen geweint. Auch jetzt werde ich so traurig, wenn ich daran denke. Drei Jahre ist es her. Nach einem Jahr war Heike das erste Mal nicht mehr so unglaublich traurig. Peu a peu kam sie ins Leben zurück. Aber heute ist wieder ein schwerer Tag für sie besonders. Jetzt fehlen mir wieder die Worte.
Danke, liebe Ines, für diese Erinnerung.