21-04-18-CoTaBu-Versaute Stimmung trotz Abstrich – ein Sonntag daheim

Es ist wie bei jeder Mutter: wenn jemand anderes das „Kind“ „schimpft“ ist man sofort auf dessen Seite. Für all seine schweren psychischen und somatischen Störungen und Tics habe ich gar keine Begriffe. Das entschuldigt Fabian nicht, erklärt (mir) und zeigt aber, dass er in einer ganz anderen Realität lebt. Er ist kein Kind, das ich noch erziehen könnte bzw. war das schon nicht möglich, als er noch eines war. Ich hätte mit ihm nichts zu tun, wäre er nicht mein Sohn. Er ist es aber. Es gibt keinen (Aus-)Weg. Er gehört zu mir und ist mein Schicksal, das uns aneinander gekettet hat. Jedenfalls wurde er heute negativ getestet und geht morgen zusätzlich zum PCR-Test. Mir war heute nicht danach und so habe ich keinen Schritt vor die Tür gesetzt. Michael hat unheimlich guten Einfluss auf ihn; ihm wiederum bekommt es nicht, wenn ich mich negativ äußere. Er hat die unglaubliche Gabe, Dinge zu nehmen, wie sie sind. Er kam zum Frühstück, um seinem eigenen zu Hause auszuweichen, und brachte mein Emailprogramm zum Laufen. Dann haben wir geplant und skizziert, was er mir um mein Bett herumbauen will. Das wird so schön! – Gestern habe ich mir, als die Diskussionen online im Haikukreis auf eine absurde Spitze getrieben wurden, Luft gemacht und ausgiebig in die Runde geschrieben. Zwei sprangen mir gleich „öffentlich“ bei, ich späche ihnen aus der Seele. Der Korinthenkacker hat sich entschuldigt. Ich hatte meinen Zweifel formuliert, ob ich in dieser Runde bleiben wollte, falls die Voraussetzung eine Beteilung an derartigen Haarspaltereien sei. Heute fand ein Onlinevortrag eines japanischen Professors statt, der gehörig überzog. Aus Sorge, mich daneben zu benehmen, blieb ich dran bis ultimo. Danach das Jugendbuch zu Ende gelesen und ein halbes „Herz und eine Krone“ mit der unfassbar schönen, würdevollen Audrey Hepburn geguckt. Fernsehen lenkt ab von allem, was eigentlich gerade ist.

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5 Kommentare

  1. Beate sagt:

    immerhin ist es beruhigend, dass Fabian negativ getestet wurde! Mich macht es immer traurig, wenn Du über ihn schreibst. Er kommt mir so vor, als hätte er keinen inneren Halt, aber vielleicht stimmt das gar nicht und es ist einfach nur so, dass er in einem ganz anderen Leben mit anderen Maßstäben Fuß gefasst hat. Ich habe wohl so was in meiner Berliner Zeit auch gesucht, bin aber mit gebrochenen Flügeln als bayerischer Staatsbüttel wieder in München gelandet. Wie auch immer- dergleichen Vergleiche hinken stets. Ich mag den Fabian so gern. wenn er Lust hätte, mich zu sehen, würde ich mich freuen!

    • Heike sagt:

      Fuß gefasst?…Maßstäbe? Das wohl nicht. Er mag dich übrigens auch. Ich bin mit ihm in einer Melange aus Liebe und Hass verquickt und es genügt das winzigste Partikel, um alle Grenzen einzureißen.

      • Ines sagt:

        Und mal wieder zeigt Michael seinen ausgleichenden Einfluss, beruhigt die Lage, repariert Mailprogramme und entwirft eine Bettumrandung. Gut, dass du bei der Haikugruppe deine Meinung gesagt hast, traut sich sonst ja keiner.

  2. Renate sagt:

    Wie ich dir heute schon gesagt habe, kann ich wenig zu deinem Sohn sagen. Ich finde ihn sehr sympathisch und kenne nur deine Version.

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