21-05-09-CoTaBu-Ein Muttertag. Wer oder was ist unsere Familie?

Die Sache mit dem Brot und dem vielen Beisammensein hat sich heute fortgesetzt. Morgens Spaziergang mit Michael. Dann Frühstück zu dritt, erstmals in der Saison im Garten. Das Brot eine Herrlichkeit. Tatsächlich schmeckt es nicht soviel besser als ein Pfister-Roggenbrot. Aber da ist ein anderer Bezug: bei jedem Bissen ein Bewusstsein, dass es sich um eine Kostbarkeit handelt. Es ist nicht nur Nahrungsmittel, sondern ein Geschenk. Mittags bin ich kurz zu mir gegangen. Habe ein Buch „Schreiben wir!“ von einer meiner Dozentinnen an der ASH Berlin nochmal durchgesehen, das über booklooker bestellt wurde. Dabei kam mir ein Schreibwerkstattkonzept über Caroline Schlegel-Schelling unter und ich wollte es nicht mehr verkaufen. Ich hab der Käuferin geschrieben und gelogen, dass ich es nicht mehr finde. Ich hoffe, ich ernte keinen Shitstorm. Erst habe ich mühsam Notizen rausgeschrieben, dann umentschieden, mich tausendmal entschuldigt, storniert und hoffe, ich komme ungeschoren davon. Das alles statt Mittagschlaf. Dann wieder zu Michael gegangen, weil wir Oma Renate und Anni zum Kaffee eingeladen haben. Das Beisammensein, insbesondere mit Anni, ist skurril, aber zu fünft war es leichter als zu dritt. Jakob ging danach ausgiebig zum Friedhof, und dann saßen wir wieder gemeinsam bei Fisch, Spargel und Butterkartöffelchen. Morgen ist das viele Zusammensein vorbei, dann ist wieder Hospiz. Das Gefühl, dass es für uns ganz ungewöhnlich war ist geblieben; es hatte etwas wie Urlaub und war erholsam. Soviele Gespräche kenne ich nur aus Berichten von Müttern mit Töchtern. Natürlich schwingt das Fehlen von so einigem mit, was uns als „richtige“ Familie ausmachen würde. Wer gehört zu wem? Wo sind die, die zu „uns“ gehören? Wer sind „wir“, wer „die anderen“?

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3 Antworten

  1. Beate sagt:

    Ein Familientag. Ja, was ist Familie, eine sehr schwierige Frage mit schmerzlichen Antworten gewürzt. Dein Tag heute klingt rund, von außen gesehen sicher ein schöner Familien Tag mit feinem Essen und Jungen und Alten, die zusammen gehören.
    Wie gut, dass Du das kostbare Buch nicht verkauft hast!

  2. Ines sagt:

    Da waren drei Mütter zusammen mit zwei Söhnen, wenn das kein richtiger Muttertag war. Scheinbar war es nicht anstrengend, sonst hättest du das Urlaubsgefühl nicht. Eigentlich ein herrliches Geschenk, so ein selbst gemachtes Roggenbrot, möge es dir weiterhin so gut schmecken.

  3. Renate sagt:

    Jetzt ist mein Kommentar verschwunden.

    So ein selbst gemachtes Brot verdient Achtung und Dankbarkeit, wer weiß das jetzt besser als du. Es steckt soviel Arbeit in so einem Lebensmittel.

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