21-07-07-CoTaBu-Frei nach Buber: lesend + schreibend übers Du zum Ich

Um ein Telefonat mit Beate einzuhalten und nicht vorher schon einzuschlafen, habe ich abends Kaffee getrunken. Ich habe einige Tage pausiert, weil ich mich vom Rausch der vielen Worte abkühlen musste. Bevor ich mich hinsetze ist nichts in mir. Sobald ich lostippe geht die Post ab. Am schwersten die Einschränkung, die Beherrschung. Zunehmend spüre ich die Dynamik, auch über Kommentare. Mit mir ist es nicht wie bei Anne, die „liebe Kitty“ schrieb, von der sie nie eine Antwort erwartete, sondern ich richte mich – charakterbedingt? – innerlich auf euch aus. Ich mag zwar nicht die tausend Kontakte, schon gar keine Events, aber bin doch auf ein Du, in dem Fall auf drei Dus, ausgerichtet. „Der Mensch wird erst am Du zum Ich“ (sagt Buber). Ich habe Gregor davon erzählt. Zumal wir auch lesend eine unerwartete, psychodynamische Spirale erleben. Über die Resonanz auf die gewählten „Literaturen“ zeigen sich Zusammengehörigkeiten, geistiges Einvernehmen bis zu Gefühlen von Ausgeschlossensein. Jeder nimmt eine spezifische Rolle ein, die sich einzig an der Textauswahl zeigt und Glücks-, aber auch Unglücks- und Kränkungsgefühle in sich birgt. Es sollte doch nur um die geteilte Freude an der Literarur gehen! Gregor sagt, es könne nicht sein, dass ich jemals geglaubt hätte, mit mir ginge etwas „einfach nur so“. Das wüsste doch jeder, wie das mit mir sei. Ich wusste es so nicht. Aber ich bin schreibend (jetzt auch lesend – Schreibgruppe und Blog) in etwas hineingeraten, das mich fasziniert und ergreift und das ich (in diesem Selbsterfahrungsaspekt) ja erst über die Jahre im ganzen Ausmaß erfasse! Kein Beiwerk, sondern absolut zentral und lebensprägend. – Unterdessen braut sich eine Blasenentzündung zusammen. Gestern früh wieder geschwommen – davon? – Heute Abend Gruppe.

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2 Kommentare

  1. Renate sagt:

    Dass Literatur und das Schreiben für dich so viel mehr ist als für viele Andere, erkannte ich bald. Dein Herz hängt so sehr an Hand, Geist, Intuition und Gefühl. Selbsterfahrung, das ist unsere Schreibgruppe für mich, mit den unterschiedlichen Stimmungen und Gefühlen, jeder Frau. Hoffentlich beruhigt sich deine Blase.

  2. Ines sagt:

    Dass es ein Du braucht, um sein Ich zu erkennen ist eine sehr bemerkenswerte Tatsache. Total einleuchtend, aber nicht präsent. Das Schreiben für sich selber ist anders als das Schreiben im Blog, bei dem ich die Leserinnen miteinbeziehe.

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