Ein voller Tag

Gestern Abend kam ich erfüllt nach Hause. Unsere Schreibgruppe war wieder einmal so sehr schön! Inspirierend! Lustig! Fordernd! Und das Zusammensitzen mit Dir, Heike und Bine habe ich auch sehr genossen. Spät schrieb mir Rainer, ob wir uns morgen sehen. Ich hätte lieber „nein“ geschrieben, aber ich ahnte schon, dass er einen Termin mit dem Museum haben würde. Und so war es auch. Also hatten wir heute schon eine erste Arbeitssitzung. Ich merkte daran, wie ich förmlich aufblühte, dass ich schon sehr gerne in meinem Beruf arbeite. Schwierig wird es immer wieder mit Rainer, wenn er seine Dystopie-Visionen in aller Ausführlichkeit ausbreitet. Er ist fest davon überzeugt, dass wir auf dem Weg zu einer Gesellschaftsordnung sind, in der Zwang und Unfreiheit sich immer mehr breit machen. Er geht sehr weit darin, so in die Richtung, wie die orthodoxen Juden in Israel die Zukunft sehen. Zentral dabei ist das leidige Impf-Thema. Ich stelle immer (m)eine rationale Auffassung dagegen. Einfach ist es nicht. Seine Ausführungen sind gespeist von anderen Quellen als denen, die ich für zuverlässig halte. Am Abend habe ich noch bei Sirena und Janni vorbei geschaut. Janni kam noch auf einen Sprung mit zu mir. Deponierte ihre Kinderbücher in meinem Kellerabteil und holte ihre bunten Haarfärbemittel bei mir ab. Wir aßen zusammen Sushi und sie erzählte von ihrem Kumpel, mit dem sie alle Harry Potter Folgen am Wochenende angeschaut hat und vom heutigen Tag, an dem sie mit ihrer Freundin Naira viel zu viel Geld ausgegeben hatte und von all den wunderschönen Taschen und Röcken, die sie gesehen hatte. Ach, wie viele kostbaren Schätze die Konsumwelt doch zeigt und nur in der Jugendzeit sind sie wirklich erstrebenswert.

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4 Antworten

  1. Heike sagt:

    Der Abend mit Janni scheint wirklich wie ein Extrakt aus einem anderen Lebenszeitalter! Was die orthodoxen Juden glauben, das weiß ich gar nicht und frage mich, woher ich es erfahren könnte? Wahrscheinlich kannst das nur du: Freundschaften pflegen mit Menschen, die sonst keiner aushält, über alles hinwegsehen und eben das tun, was geht – in dem Fall ein schillerndes Stück gemeinsamer Arbeit.

  2. Renate sagt:

    Bei uns soll es weniger werden in den Schränken, bei deiner Enkelin heißt es shoppen.

  3. Ines sagt:

    Eine Freundschaft mit jemandem zu haben, der solche abwegigen Ansichten hat, stelle ich mir schwer vor. Wirklich erstaunlich, wie du es schaffst, dich nicht zurückzuziehen und die gute Zusammenarbeit beibehältst.

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