21-08-29-CoTaBu-Winter im August – Japan zwischen Bildschirm und Papier

Die Halsstarre beeinträchtigt und ich vermeide jede Bewegung. IBU 600 hilft aber heilt nicht. So haben Renate und ich Abstand genommen, im Alten Botanischen Garten eine Installation? Ausstellung? Performance? – über Obdachlose vom Hospizdienst Dasein anzuschauen. Ebenso van Gogh in der Reithalle vertagt. Ich suche Wärme. Nachts habe ich dicke Socken und eine zusätzliche Wolldecke gebraucht. Leider springt die Heizung nicht an. Im Moment bräuchte ich irgendeinen Impuls. Kann also nur von „Japanstudien“ berichten: aus Artemediathek bzw. Hinweisen der DJG ausgewählt: „Das Telefon ins Jenseits“, auch „Telefon des Windes“ genannt. Ein Telefonzelle ohne Anschluss, in die Trauernde hineingehen und mit ihren Verstorbenen sprechen. („Es tat gut, einmal mit ihm DIREKT zu sprechen!“). Dinge, die miteinander nicht gesprochen werden; dort offenkundig, hier „weiß“ man m.E. nicht, dass sich Trauer kaum mitteilen lässt. (Eine Japanerin sagt: Dadurch, dass jeder irgendwen verloren hat kann keiner beim anderen SEIN Leid klagen, denn es ist immer auch das des anderen. – Glauben wir nicht, es hilft, wenn der andere eigenes Leid erfahren hat?!). –  Interview mit einem, der seit 40 Jahren (!!!) den Teeweg geht, „übt“!!! Es könne selbst nach 10/ 20 Jahren geschehen, dass das Getränk den Namen Tee nicht verdiene. Zu fragen, ob der Tee gut ist, ist Teil der Zeremonie. Auch hier gibt es verschiedene SCHULEN! – Dann: „Auf den Dächern von Tokio“ (z.B. „bebensicherer“ Wolkenkratzer von 256m!): Da gibt es Landschaftsgärten; Miniatur- Shintotempel; Fußbäder; Reisanbau (zur Reisernte werden Nachbarn eingeladen: „das stärkt die Gemeinschaft“); KenDo-Training – „Kampfschrei reguliert Atem“; Trockenfischplätze – „Sonne und Wind“; Gemüseanbau; Golfplatz; Freizeiparks. „Mit der (heiligen) Natur soll man sich nicht anlegen.“ Jemand erforscht die Beziehung der Menschen zur 15m hohen/ 11km langen Betonmauer, der Antwort der Regierung auf den Tsunami: Die Menschen haben mit dem Meer gelebt; jetzt sehen sie es nicht mehr. Einige haben sich gegen so eine Mauer entschieden.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

2 Antworten

  1. Renate sagt:

    Es ist auch sehr kalt, ich habe auch meine warmen Puschen an. Das Japanfieber hat dich voll erwischt. Diese Kultur zu verstehen braucht ein ganzes Leben. Was es da an Ritualen, Zeremonien und Besonderheiten gibt.

  2. Ines sagt:

    Das Telefon ins Jenseits kenne ich von dem Film Kirschblüte Hanami und dem 2. Teil. Deine innere Reise führt dich durch Japan und die alten und neueren Traditionen. Spannend.

Schreibe einen Kommentar zu Ines Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert