21-11-05-CoTaBu- Ines` Mutter in Frieden erlöst + ich melde mich zurück
Es ist viel passiert und nicht leicht anzuknüpfen. Was gibt es zu schreiben angesichts des Todes von Ines` Mutter? Mich ergreift das, weil wir durch die Jahre der Familientherapie-Weiterbildung doch gegenseitig tiefe Einblicke gewonnen haben, die weit darüber hinausgehen, was man sich gegenseitig „erzählen“ kann. Es ist, als würde ich diese Mutter „kennen“. In Wahrheit habe ich sie nur einmal gesehen. Ich kannte also eher die Mutter, die Ines vor über zwanzig Jahren durch Methoden wie Familienrekonstruktion, Aufstellungen usw. „vorgestellt“ hat. Dann sind da die Jahre, in denen sich die Beziehung gewandelt hat zu dem, was wir heute „wissen“, „kennen“. Wenn der Tod hereintritt bei uns oder jemandem, der uns nah ist, dann berührt es das Herz. Er geht uns an. – Meine erste Arbeitswoche, mit großem Widerstand aufgenommen, war gut und ich habe schnell hineingefunden. Fühle mich allerdings noch beim Atmen belastet. Dennoch werde ich morgen zum Boostern gehen. Für danach habe ich – mühevoll und wie ich es hasse! – online Karten für die Isarphilharmonie ergattert. Zunächst alles ausverkauft, dann doch noch ein Restkontingent, tausendmal zurückgesetzt: Ihr Passwort stimmt nicht überein… Heute hatte ich endlich den Hautarzttermin, den ich vor Wochen vereinbart hatte, die einzige Praxis, wo letztendlich ein Mensch ans Telefon ging. Der Grund, aus dem ich gehen wollte, hat sich von selber gebessert. Ich hatte Mühe, die Praxis zu finden, versteckt am Olympiaeinkaufszentrum. Als ich schweißgebadet endlich da war fehlte die Krankenkassenkarte. Meinen Ausflug habe ich über den Friedhof bei Michael enden lassen, der nicht daheim war. Ich habe mir nur Batterien geschnappt und sieheda, ich brauche keine neue Tastatur.
Gestern war ich nicht in der Lage von meinem Tag mit den Kindern zu schreiben, in Anbetracht von Ines sterbender Mutter. Es kam mir unpassend vor.
Ich habe nächste Woche einen Hautarzttermin, überraschend schnell bekommen. Der Grund, weshalb ich gehe, ist kaum noch zu sehen.
Mir geht es wie Dir, Renate. Es ist so fast unsinnig, über das zu schreiben, was einen so im Laufe des Tages beschäftigt hat, wenn eine von uns gerade ihre Mutter verloren hat