Kaffee im Ella
Das Wetter, der trübe Tag gestern war eine Einladung zum Einkuscheln und Lesen. Am frühen Nachmittag, ich war noch am Aufräumen, rief mich Sabine an und fragte, ob wir uns nicht spontan im Ella treffen könnten. Ich kam vor ihr an und fand gerade noch ein Plätzchen an einem kleinen Tisch. Am Tisch vor mir eine Familie mit einem entzückenden Kind, das etwa ein halbes Jahr alt war, schräg dahinter eine Frau mit ihrem Sohn, einem Kindergartenkind. Der hatte hochrote Wangen, offensichtlich Fieber, hustete arg und weinte und quengelt, die Mutter daneben am Handy, unbeteiligt, mit genervtem Blick. Der Junge lief laut weinend durch das Café, von der Mutter keine Reaktion. Das kleine Kind schaute lange und ernst auf das große und ich fragte mich, was die Frau davon haben mag, mit einem kranken Kind allein ins Café zu gehen und auf ihr Handy zu schauen. Sabine ist für mich nicht das Tor zur Welt, aber zum Münchener Kulturleben. In einer Woche wird sie mit Christian Springer nach Libyen fahren. Der arbeitet viel mit ihr zusammen, jüngst im Projekt von den „Weißen Westen“, auch tritt er bei ihr ab und an mal auf. Er engagiert sich ehrenamtlich viel in Libyen und das wollte sich Sabine mal anschauen, was er da aufgebaut hat. Aber wir reden auch viel über unsere Kinder, jetzt sind sie alle schon groß, außer Xaver, der gerade aufs Gymnasium gekommen ist. Als wir aus dem Café rauskamen, regnete es, Sabine setzte sich auf ihr Rad und ich ging rüber zur U-Bahn
So ein spontanes Treffen ist das schönste, finde ich. Solche Mütter…bald müssten doch endlich Forschungen zu diesem Thema rauskommen, welchen Einfluss dieses DRITTE, mit dem die Mutter beschäftigt ist, auf die Entwicklung der Kinder nimmt. Solche Beobachtung macht man überall, deine gestrige ist besonders krass. Seit ich mit Thomas im Ella keinen Platz bekam, weil wir nicht schon im Stehen sagen mochten/konnten, ob wir „richtig“ essen werden, und nachdem ich mit Sabine Lacour nach einem zweigängigen, sehr teuren Essen nach knapp zwei Stunden hinaiskomplimentiert wurde, bin ich nicht mehr hingegangen.
Es ist unfassbar, wie unverantwortlich sich diese Mutter verhalten hat. Das Handy ist das eine, aber mit einem kranken Kind ins Cafe zu gehen, finde ich in diesen Zeiten mehr als grenzwertig. Wie sie wohl reagiert, hätte, wenn du sie darauf angesprochen hättest?
Wie mich das nervt mit diesen Handys. Wie ich mich kenne hätte ich zu der Mutter was gesagt.