22-01-09-CoTaBu-Kulinarische und geistige Genüsse, aber Titelklau!

Statt wie ursprünglich geplant mit Renate und Brigitte Devid Striesow und Anke Engelke (vom Prinze abgesagt), war ich mit Beate im Stemmerhof. Wie die Künstler hießen vergesse ich jeden Moment. Beate kannte den Pianisten (und Literaten), der Satie spielte; dazu las ein Schauspieler Kafkas Kurzgeschichten. Der Veranstalter trat zuletzt auf die Bühne. Alle hießen Stefan. Es war die Bühne, auf der Simon vor vielen Jahren den Sturm spielte. Veranstaltungsreihe mit dem von Beates Freundin Sabine geklauten Titel „Große Kunst auf kleiner Bühne“ (statt „kleinem Raum“). Ich kenne das, auch ohne berühmt zu sein. Gerade letzte Woche entdeckte ich meinen Titel eines Vortrages, mit dem sich eine Kollegin aus dem Christophushospiz in ein Programmheft eingeschrieben hat (von mir vor einiger Zeit geistreich ersonnen!). Unsere Atemtherapeutin hat auch ein von mir umgeschriebenes Gebet an prominenter Stelle auf ihre Homepage gestellt. Die Leute „scheißen sich nichts“. Nicht Beate (als Freundin) monierte den geklauten Titel, sondern mir stach er ins Ohr. Die Lesung sehr erbaulich, großartig gelesen – was ist Kafka auch crazy! Bei Katz und Maus fiel mir ein, dass man zu den paar Zeilen im Abitur vier Stunden schreiben musste, wenn man das Thema wählte. Wer sollte Deutsch nicht bis in alle Ewigkeiten dafür hassen!? Bei der „Tyrannei der Gewohnheit“ dachte ich an unsere Vorsätze. Hinterher Schweinsbraten (ohweh) und Riesenkaiserschmarrn im Großwirt genossen – herrlicher Ausklang meiner Ferien. Beim Heimkommen nochmal Tee, Telefonat mit Jakob, der nachts zurückkam und mit Michael, der fix und fertig vom Zustand seiner Mutter ist und überrascht war, dass ich morgen zu Herrn Loth gehe. Genau diese Idee hatte er für sich. Er war dort schonmal und braucht das gerade nötigst. Seine Mutter zieht ihn in den Abgrund – Schattenseite seiner engmaschigen Begleitung. Grenzen zerfließen, Kräfte schwinden.

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4 Kommentare

  1. Beate sagt:

    das tut mir so sehr leid für Michael. Eine Mutter, die ihr Gedächtnis verliert, er begleitet sie, jeder Tag ein Schmerz. Schön war unser Sonntag! Die Veranstaltung der beiden Stefans war erbaulich und inspirierend. Kafka war und ist ein beliebtes Abithema. Übrigens habe ich Sabine gleich eine Mail geschrieben wegen der großen Kunst auf kleiner Bühne. Ärgerlich, der Klau. Ich hoffe, sie liest sie erst später, denn Felix feiert heute seinen 18. Geburtstag. Jetzt hat sie schon zwei erwachsene Kinder

  2. Renate sagt:

    Stimmt! An unseren Theaterbesuch habe ich heute gar nicht mehr gedacht. Schön, dass du den letzten Urlaubstag so genießen konntest, mit Lesung und Schweinebraten. Das K. dein Gebet für ihre homepage genommen hat ist frech und passt gar nicht zu ihr.

    • Heike sagt:

      Eigentlich ist es nur EIN entscheidender Satz und ich denke, sie denkt sich dabei gar nichts….Ich hatte einmal ein WE so getitelt und dieses Gebet so jahrelang für unsere PatientInnen gesprochen. Wahrscheinlich ist es ihr nichtmal bewusst, dass man sowohl im Original Augustinus hätte nennen müssen und in dieser Form? Es wäre überzogen, meinen Namen darunter zu schreiben, aber keinen Ton dazu zu sagen??

  3. Ines sagt:

    Ich kann mir vorstellen, dass es dich wurmt, wenn Zitate von dir nicht gekennzeichnet werden. Sicher steht Unwissenheit dahinter. Einen schönen letzten Abend hattet ihr. Ist das die winzig kleine Bühne beim Stemmerhof? Ich war einmal dort, sehr familiär. Werde mir das Programm mal anschauen.

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